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"Ethischer" Umgang mit unseren Plakaten
Gut vier Wochen hingen unsere Bündnisplakate weitgehend unbehelligt friedvoll an den Laternenpfählen unserer Stadt. Bis zum Sonnabend, den 18. April. Seitdem häufen sich Meldungen über Zerstörungen und an vielen Stellen sogar der kompletten Wegnahme der Plakate. Und dass, obwohl man eigentlich Leitern benötigt, um an sie heranzukommen.
Zwei besonders dreiste Fälle haben wir nachstehend - auch mit Fotos - dokumentiert, da wir Strafanzeige wegen Diebstahls bzw. Sachbeschädigung gestellt haben.
Wir suchen für den Sonnabend - 18. 4. 2009 - noch mögliche Augenzeugen, obwohl beide Fälle in etwas vom Wohnumfeld abgelegenen Orten stattfanden:
Lichtenrader Damm zwischen Goethestr. und Grimmstr.So sieht der Lichtenrader Damm zwischen Goethestr. und Grimmstr. Fahrtrichtung Süden aus. Ein attraktiver Werbeort gegenüber den Autofahrern an der Ausfallstraße. Am Freitag, den 17.4. hingen da noch 8 oder 9 unserer Bündnisplakate an den Laternen. Am 18.4. waren sie komplett verschwunden. Komplett? Nein, nicht ganz:
Einer der 9 LichtmastenAn allen 9 Lichtmasten hingen noch die Kabelbinder unserer Plakate. Und an dieser Laterne hatte man ein Stück vergessen:
VergrößerungDeutlich zu erkennen. Der untere Abriss unseres grünen Bündnisplakates.
Konradshöhe, Frederikestr.Anderer Ort, ähnliche Vorgehensweise. In der Frederikestr. in Konradshöhe in einem Waldstück kurz vor Tegelort. Hier hingen auch so 6-8 Bündnisplakate bis zum 17.4. Dann das: Kein Diebstahl, sondern Sachbeschädigung. Die Plakatreste liegen noch rum. Zwei der Laternen bekamen plötzlich neue Mieter!
Kondradshöhe, Frederikestr. Fotos: Dr. Gerhard Weil Man beachte den Text des "neuen" roten Plakates!
Dazu:
21. April 2009 Landesvorstand
»Pro Reli« verliert die Nerven
Der Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE Berlin, Klaus Lederer, kommentiert die massive Zerstörung von Pro-Ethik-Plakaten:
Offenbar aufgeschreckt durch aktuelle Umfragen, nach denen Pro Reli nicht nur um das Erreichen des Zustimmungsquorums, sondern selbst um die Mehrheit für ihr Anliegen fürchten muss, verlieren deren Anhänger nun anscheinend völlig die Nerven. Da behauptete erst Bischof Huber, die Linke wolle »die Schülerinnen und Schüler von ihren Herkunftsreligionen entfernen«, was nicht stimmt. Dann witterte der Freiburger Erzbischof und Ratsvorsitzende der Katholiken, Zollitsch, in Berlin einen »zu starken Einfluss des Staates wie bereits zu Zeiten des Kommunismus« und zieht gegen die angebliche »Religionsfeindlichkeit« des Berliner Senats zu Felde – obgleich der mit dem freiwilligen Religionsunterricht lediglich eine Praxis verteidigt, die es in (West)Berlin seit 60 Jahren gibt.
Doch nicht nur die Äußerungen aus dem Pro Reli-Lager werden immer schriller, auch das Vorgehen ihrer Anhänger wird immer rabiater. Seit Montag erreichten uns zahlreiche Hinweise darauf, dass Plakate des Pro Ethik-Bündnisses und der Partei DIE LINKE über Nacht »verschwunden« sind und an diesen Stellen nun Plakate von Pro Reli das Straßenbild zieren.
Ich fordere die Vertreterinnen und Vertreter von Pro Reli auf zu einer fairen Auseinandersetzung zurückzukehren und ihre Anhängerinnen und Anhänger zur Mäßigung aufzurufen.
Zum "Wunder" des Plakataustauschs hier noch ein launiger Kommentar beim Humanistischen Pressedienst hpd.
Kommentar von Dr. Christoph Lehmann in der TAZ vom 23.4.2009: " Eine systematische Aktion seitens des Vereins liege keinesfalls vor. "
Eine wahrhaft ausgesucht juristische Beschreibung für Ungeheuerlichkeiten!
Bündnis
Pro Ethik
