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Presseerklärungen zu den Koalitionsverhandungen

 

 

 

 

PRESSEMITTEILUNG

vom 11. Oktober 2011

 

 

 

 

 

Ergebnis des Volksentscheids darf nicht umgekehrt werden

 

Auf Befremden ist die Forderung des Vorsitzenden der Initiative Pro Reli, Christoph Lehmann, gestoßen, bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU „eine einvernehmliche Lösung zum Religionsunterricht“ zu finden. Lehmann sprach vom richtigen Zeitpunkt, „um in dieser Frage einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu finden.“

Dazu erklärte der Sprecher des Bündnis Pro Ethik, Gerhard Weil:
„Wir vertrauen unseren Bündnismitgliedern, den Berliner Sozialdemokraten und ihrer Fraktion, sich weiterhin für den verbindlichen Ethikunterricht und die seit Jahrzehnten bewährte und gerichtsfeste Berliner Regelung des Religionsunterrichtes als freiwilliges Wahlangebot einzusetzen. In den Wahlprogrammen beider Parteien steht kein Wort zum Ethikunterricht. Jetzt quasi durch die Hintertür die schallende Niederlage beim von Pro Reli veranlassten Volksentscheid in einen Sieg umzumünzen, lässt an Lehmanns Demokratieverständnis zweifeln, das sich vielleicht dem der römisch-katholischen Amtskirche nähert.
Unser breites Bündnis wird mit Argusaugen die Koalitionsverhandlungen und die folgende Praxis der Bildungsverwaltung verfolgen.“

Der Fachverband Ethik, Landesverband Berlin, hat übrigens den bislang im Abgeordnetenhaus vertretenden Parteien vor den Wahlen Wahlprüfsteine zum Ethikunterricht zugeschickt. Die Fragen und Antworten sind auf der Homepage des Bündnis unter http://www.proethik.info/start/aktuelles/ zu finden.

 

Für Nachfragen: Dr. Gerhard Weil, 030 7452922 gerhard.drweil@arcor.de

  

Christen pro Ethik

 

www. Christen-pro-Ethik.de   c/o Ruth Priese (ruthpriese@gmx.de) Hämmerlingstr. 95, 12555 Berlin   Tel. 030-6574230                                                                                                                    

Presseerklärung 2. November 2011

 

 

Ethikunterricht weiter gemeinsam

statt getrennt in Berlin

 

In den gegenwärtigen Verhandlungen zur großen Koalition zwischen SPD und CDU in Berlin sollen Vertreter der CDU die Einführung eines Wahlpflichtbereichs zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen und dem Fach Ethik verlangt haben

Zu dieser neuerlichen Forderung, nachdem zwei Klagen gegen den gemeinsamen Ethikunterricht vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert sind und nach der Niederlage von Kirchen und CDU mit der gleichen Forderung 2009 im Volksentscheid, erklärte der Vorsitzende des Fachverbands Ethik e.V. (Bundesverband) Peter Kriesel:

 

„Das Berliner integrative Modell des gemeinsamen Ethikunterrichts für alle Schüler ist das angemessene Modell für das multikulturelle und weltoffene Berlin, in dem 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

 

Der Verweis der Vertreter von Pro Reli auf das „Brandenburger Modell“, bei dem sich Schüler von Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) zum Religionsunterricht abmelden können, ist für Berlin keine Option:

  1. Dies wäre ein Einstieg in das verdeckte Wahlpflichtmodell der Kirchen, das in Brandenburg unter einem Kirchenjuristen als Ministerpräsident durchgesetzt und einem Pfarrer als Bildungsminister im Schulgesetz verankert wurde.
  2. In Brandenburg leben nur 5% Bürger mit Migrationshintergrund im Gegensatz zu Berlin, wo 25% der Einwohner und 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

In diesem Kontext leistet der gemeinsame Ethikunterricht für alle Schüler einen zentralen Beitrag zur Integration und Wertorientierung an Grundgesetz und Menschenrechten in Berlin. Eine Trennung der Schüler für katholischen, evangelischen und islamischen Religionsunterricht, Lebenskunde und Ethik in Fragen der Wertorientierung würde den integrativen Charakter des Faches Ethik zerstören.

 

Deshalb fordert der Bundesverband der Ethiklehrer den Erhalt des gemeinsamen Ethikunterrichts für alle Schüler in Berlin.“

 

 

Wir schließen uns dieser Forderung auch aus Sorge um das Erscheinungsbild der Kirche in der Stadt an. Soll denn weiterhin der Eindruck bestehen bleiben, dass wir als Christen ein Problem mit der Demokratie haben und ein so klares und öffentliches Votum der Berliner Bevölkerung so schnell wieder in Frage stellen?

Bei einiger Geduld mit den Einführungsschwierigkeiten des immer noch neuen Pflichtfaches Ethik für alle - wird es sich erweisen, dass es auch der Hinführung der Jugendlichen in eine religiöse oder weltanschauliche Lebenswelt gut tut, wenn der Religions- und Weltanschauungsunterricht ein Wahlfach ist und bleibt.

   

 

 
Nr. 39 / 2011 GEW Berlin | Mittwoch, 2. November 2011
Koalitionsverhandlungen: Ethik - ein gemeinsames Fach für alle

Die GEW BERLIN fordert die Beibehaltung des Pflichtfaches „Ethik“ in der Berliner Schule. Für die Entwicklung von gegenseitigem Verstehen, Akzeptanz und Respekt bie­tet dieser gemeinsame Unterricht dem „Miteinander sprechen lernen“ den notwendigen Rahmen. Eine Trennung der SchülerInnen nach Glaubensrichtungen und Weltanschau­ungen widerspricht dem Anliegen, in einer multikulturellen Gesellschaft Verständnis für unterschiedliche Lebensweisen zu entwickeln und damit das friedliche Miteinander zu fördern. Das Fach Ethik verbindet und öffnet den Blick für andere Perspektiven, Kultu­ren und Religionen.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: "Ein Bildungsziel der Berliner Schule muss im Einwanderungsland Deutschland sein, sich auf der Grundlage von Wissen und Erfahrungen und nicht von Vorurteilen miteinander auseinander setzen zu lernen. Dafür muss Schule die Basis schaffen und das Fach Ethik öffnet hier den Blick für die Gemeinsamkeiten aber auch für die Unterschiede. Darüber zeigt es, dass es verschiedene Möglichkeiten in der Anschauung und in der Lö­sung verschiedener Lebensfragen gibt. Das hilft den Schülerinnen auch für ihr weiteres Leben.“

Presseerklärung des Bundesfachverbandes Ethik

 

27.10. 2011

 

Ethikunterricht weiter gemeinsam statt getrennt in Berlin

 

In den gegenwärtigen Verhandlungen zur großen Koalition zwischen SPD und CDU in Berlin hat die CDU die Einführung eines Wahlpflichtbereichs zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen und dem Fach Ethik verlangt.

Zu dieser neuerlichen Forderung, nachdem zwei Klagen gegen den gemeinsamen Ethikunterricht vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert sind und nach der Niederlage von Kirchen und CDU mit der gleichen Forderung 2009 im Volksentscheid,  erklärt der Vorsitzende des Fachverbands Ethik e.V. Peter Kriesel:

 

„Das Berliner integrative Modell des gemeinsamen Ethikunterrichts für alle Schüler ist das angemessene Modell für das multikulturelle und weltoffene Berlin, in dem 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

 

Der Verweis der Vertreter von Pro Reli auf das „Brandenburger Modell“, bei dem sich Schüler von Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) zum Religionsunterricht abmelden können, ist für Berlin keine Option:

  1. Dies wäre ein Einstieg in das verdeckte Wahlpflichtmodell der Kirchen, das in Brandenburg unter einem Kirchenjuristen als Ministerpräsident durchgesetzt und einem Pfarrer als Bildungsminister im Schulgesetz verankert wurde.
  2. In Brandenburg leben nur 5% Bürger mit Migrationshintergrund im Gegensatz zu Berlin, wo 25% der Einwohner und 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

In diesem Kontext leistet der gemeinsame Ethikunterricht für alle Schüler einen zentralen Beitrag zur Integration und Wertorientierung an Grundgesetz und Menschenrechten in Berlin. Eine Trennung der Schüler für katholischen, evangelischen und islamischen Religionsunterricht, Lebenskunde und Ethik in Fragen der Wertorientierung würde den integrativen Charakter des Faches Ethik zerstören.

 

Deshalb fordert der Bundesverband der Ethiklehrer den Erhalt des gemeinsamen  Ethikunterrichts für alle Schüler in Berlin.“

 

Für Nachfragen: Peter Kriesel, Tel. 01573/8813562 oder 030/99542085 – kriesel.ler@web.de 

Presseerklärung von Regina Kittler, MdA, Linksfraktion, zu Ethik und den Koalitionsverhandlungen
Nr013-ethik-01112011PE Linksfraktion.pdf
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Presseinformation des HVD Berlin vom 1.11.2011

 

An der Berliner Bevölkerung vorbeiregieren – so geht’s

Bildungsfragen stehen heute auf der Tagesordnung der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU in Berlin. Dabei sollte es auch um Bildung gehen und nicht um die Durchsetzung kirchlicher Interessen, fordert der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg. Grundlage dafür müssen die gesellschaftlichen Realitäten und Bedürfnisse sein.

 

(31/10/2011) Geht es nach der CDU, soll es künftig keinen gemeinsamen wertebildenden Unterricht mehr in Berlin geben. Statt einmal wöchentlich im Ethikunterricht gemeinsam über Werte und Normen in einer multikulturellen und pluralistischen Gesellschaft nachzudenken, will die Berliner CDU die Aufteilung der Schülerschaft in Ethikschüler und Religionsschüler durchsetzen. Das Vorhaben der Besserstellung des Religionsunterrichts, mit dem sie bereits 2009 im Volksbegehren Pro Reli scheiterte, soll nun durch die Hintertür verwirklicht werden – an der Berliner Bevölkerung vorbei. Das gesamte Vorhaben spricht dafür, dass die Berliner CDU wenig mit der Bevölkerung der Hauptstadt vertraut ist. Denn:

  1. Das Vorhaben, den Religionsunterricht mit dem Ethikunterricht gleichzustellen, scheiterte vor zwei Jahren in aller Deutlichkeit. Von den wahlberechtigten Berlinern wollte sich nicht einmal jeder Dritte an der Abstimmung überhaupt beteiligen. Für die von der CDU massiv unterstützten Anliegen der Initiatoren des Volksbegehrens stimmten sogar nur 14,1 % aller Wahlbeteiligten. Die CDU Berlin konnte also nicht einmal die eigene Klientel für den verpflichtenden Religionsunterricht an Berliner Schulen begeistern. Dementsprechend rührte sie das Thema im diesjährigen Wahlkampf auch nicht an, um nicht mögliche Wähler zu verschrecken. Das Thema Religionsunterricht nun am Verhandlungstisch aus der Schublade zu holen, ist ein politischer Affront gegenüber den eigenen Wählern und gegenüber dem eindeutigen Votum der Berliner Bevölkerung.
  2. Pro Reli-Initiator und CDU-Landesvorstand Christoph Lehmann schlug nun die Einführung des Brandenburger Modells vor, welches vorsieht, dass sich Schüler des Religionsunterrichts vom gemeinsamen LER-Unterricht (Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde) abmelden können. Der bildungspolitische Sprecher der CDU, Sascha Steuer, sagte, dass das Thema diskutiert werde. Offensichtlich ist, dass die CDU sich hier ideologiepolitisch treiben und die Berliner Realitäten außer Acht lässt. Von den Berliner Schülerinnen und Schülern haben mehr als zwei Fünftel einen Migrationshintergrund, ihre Werte und Normen haben also neben den deutschen auch noch andere gesellschaftlich-kulturelle Wurzeln. Für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in Berlin ist es unerlässlich, dass ein gemeinsamer, nicht ideologisch gefärbter Werteunterricht stattfindet, wie ihn der Ethikunterricht bietet. Nur hier können die Berliner Schülerinnen und Schüler gemeinsam um die Art und Weise des Zusammenlebens in einer Gesellschaft ringen, die sie zu einem großen Teil selbst ausmachen. Daher braucht Berlin auch einen gemeinsamen Werteunterricht! Die Einführung des Brandenburger Modells – in Brandenburg besitzt weniger als 5 % der Schülerschaft einen Migrationshintergrund – würde den Berliner Realitäten überhaupt nicht gerecht.
  3. Aus dem Blick geraten in dieser Debatte auch die Schülerinnen und Schüler, die freiwillig an den unterschiedlichen Weltanschauungsfächern teilnehmen. Und dies sind nicht wenig, wie die Argumentation der CDU vermuten lassen könnte. Am evangelischen Religionsunterricht nehmen nach Auskunft der Evangelischen Kirche (EKBO) knapp über 80.000 Schülerinnen und Schüler teil. Nach Hochrechnungen des HVD Berlin-Brandenburg beträgt die Anzahl der Lebenskundeschüler/-innen in Berlin in diesem Jahr erstmals mehr als 50.000. Am katholischen Religionsunterricht nahmen im vergangenen Jahr etwas mehr als 25.000 Schüler teil. Es folgten mit weitem Abstand der islamische, der jüdische und sonstiger Religions- und Weltanschauungsunterricht. Wenn es nun darum gehen soll, den Religionsunterricht gegenüber anderen Weltanschauungsfächern besserzustellen, ist zu vermuten, dass die CDU angesichts dieser Zahlen nur den christlichen Religionsunterricht aufwerten will. Mit dieser Debatte wird den Schülerinnen und Schülern in Berlin vermittelt, es gebe einen höher- und minderwertigen Weltanschauungsunterricht. Dies ist mit Verlaub nicht der Fall. Der weltanschaulich geprägte Werteunterricht findet in Berlin als freiwilliges Unterrichtsfach für alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gleichberechtigt neben dem verpflichtenden Ethikunterricht statt – „und das ist auch gut so“, um Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu zitieren. Die Besserstellung des christlichen Religionsunterrichtes zöge eine künstliche Trennlinie zwischen den Berliner Schülerinnen und Schülern, die einem toleranten und weltoffenen Berlin widersprechen würde.
  4. Das Vorgehen der Berliner CDU ist ein verfassungspolitischer Irrweg. Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind gem. Grundgesetz Art. 140 in Verbindung mit dem nach wie vor geltenden Art. 137, Abs. 7 der Weimarer Reichsverfassung gleichgestellt. Die Besserstellung des Religionsunterrichts etwa gegenüber dem Lebenskundeunterricht des Humanistischen Verbandes verstößt gegen diesen Verfassungsgrundsatz.

Will die CDU in der Hauptstadt eine Politik gestalten, die sich an den gesellschaftlichen Realitäten und Bedürfnissen der Berlinerinnen und Berliner orientiert, dann muss sie ihre ideologische Brille abnehmen. Die Berliner Bevölkerung lebt zum Großteil konfessionsfrei, ohne dabei die Bedürfnisse der Gläubigen zu beschneiden. Nun sollte die Partei nicht beginnen, die Grundlage für dieses friedliche und tolerante Miteinander zu zerstören, will sie nicht von Anfang an an den Berlinerinnen und Berlinern vorbeiregieren.

Und auch die SPD, die 2009 das Bündnis Pro Ethik unterstützt hatte, ist gut beraten, wenn sie auf das Drängen der CDU nicht eingeht und die bewährte Berliner Regelung unangetastet lässt. Denn einen Koalitionsvertrag, der zwar das gemeinsame Regieren erlaubt, aber an den Realitäten und Bedürfnissen der Stadt vorbeigeht, kann nun wirklich niemand gebrauchen.

PRESSEMITTEILUNG der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im > Abgeordnetenhaus -> Berlin
NR. 373 Datum: 27. Oktober 2011
Ja zum Ethikunterricht, ja zum freiwilligen Religionsunterricht!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, sagt zur Absicht der CDU, das Berliner Modell des freiwilligen Religionsunterrichts abzuschaffen:
Nach dem Berliner Modell findet der Unterricht der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften für Schülerinnen und Schüler in Berlin freiwillig statt. Die Schülerinnen und Schüler können die Angebote der evangelischen und der katholischen Kirche, den jüdischen, islamischen und buddhistischen Religionsunterricht sowie den Lebenskundeunterricht des Humanistischen Verbands freiwillig in Anspruch nehmen. Daneben wurde 2006 der Ethikunterricht ab der siebten Klasse als verpflichtender Unterricht eingeführt. 2009 haben sich die Berlinerinnen und Berliner bei einem Volksentscheid mehrheitlich gegen die Abschaffung des Berliner Modells entschieden und ein Wahlpflichtfach Religion abgelehnt.
Anscheinend möchte die CDU dieses nun ändern und sich im Rahmen der Koalitionsgespräche mit der SPD für eine Aufweichung des Berliner Modells einsetzen. Sie will den Religionsunterricht auf die Stufe des Ethikunterrichts heben und somit ein Wahlpflichtfach Religion einführen, wonach sich die Schülerinnen und Schüler entweder für den Ethik- oder den Religionsunterricht entscheiden müssen. Damit will CDU die Berliner Errungenschaft des bewährten gemeinsamen wertebildenden Unterrichts abschaffen. Herr Wowereit und Berliner SPD sind gut beraten, sich den Versuchen der CDU zu widersetzen, das Ergebnis des Volksentscheids "Pro-Reli" in Frage zu stellen und ein Wahlpflichtfach Religion einzuführen.
Unsere Position ist klar: Ja zum gemeinsamen Ethikunterricht und ja zum freiwilligen Religionsunterricht. Die gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Vielfalt in unserer Stadt bietet Chancen und Konflikte. Wenn Integration gelingen soll, brauchen wir an der Schule Verständigung über gemeinsame Regeln und einen Raum für den Dialog. Ein Wahlpflichtbereich, der Schülerinnen und Schüler nach Bekenntnissen separiert, manifestiert die Andersartigkeit und ist desintegrativ!

Pressemitteilung des HVD zu Koalitionsforderungen der Berliner CDU im Oktober 2011
PM HVD 10_2011.pdf
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Wahlprüfsteine

Der Fachverband Ethik, Landesverband Berlin, hat rechtzeitig vor der Abgeordnetenhauswahl Wahlprüfsteine zum Ethikunterricht an die fünf im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien verschickt und von drei Parteien Antworten erhalten. Näheres finden Sie unter Aktuelles!

Wir haben als "Bündnis Pro Ethik" am 5. Mai 2010 das "Dialogforum Ethik" eröffnet, dessen Aufruf wir nachstehend präsentieren. Wir erbitten dazu Ihre Beiträge über das Menü "Kontakt"!

Religionen, Weltanschauungen und Kulturen Berlins beim ersten Rundtischgespräch Religionen, Weltanschauungen und Kulturen Berlins beim ersten Rundtischgespräch
Die Vielfalt von Religionen, Weltanschauungen und Kulturen in Berlin
- Herausforderungen für den gemeinsamen Ethikunterricht-
Arbeitsstandpunkte des Pro-Ethik-Koordinierungskreises / Juni 2010
Arbeitsstandpunkte Pro Ethik zu RWK im E
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Das Konsenspapier vom Rundtischgespräch vom 26. Mai 2010
Es ist außerordentlich erfreulich, dass im Ergebnis des Gesprächs ein Konsenspapier zu anstehenden Aufgaben zustande gekommen ist. Die Beratung soll im Herbst fortgesetzt werden.
Konsenspapier 26.5.2010.pdf
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Qualitätsinitiative für den Ethikunterricht in Berlin

 

Aufruf zur öffentlichen Debatte

 

Im Jahr 2006 hat das Land Berlin einen gemeinsamen Ethikunterricht für alle Schülerinnen und Schüler an Oberschulen eingeführt, der sich an gemein-samen Werten orientiert, ethische Urteilsfähigkeit und interkulturelle Dialog-fähigkeit fördern soll.

 

Im Jahr 2010, also vier Jahre nach der Einführung dieses Ethikunterrichts und und ein Jahr nachdem Berlinerinnen und Berliner sich in einem Volksentscheid mehrheitlich für seine Beibehaltung ausgesprochen haben, ist es Zeit, danach zu fragen, wie sich das Fach Ethik bewährt hat und was noch zu tun ist, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, wie sie das Abgeordnetenhaus im Schulgesetz formuliert hat.

 

Deshalb rufen wir als "Bündnis Pro Ethik" dazu auf, in den nächsten Wochen und Monaten, flankiert durch eine öffentliche Debatte, eine gründliche Bestandsaufnahme zur Qualität des Ethikunterrichts vorzunehmen und Vorschläge zur Qualitätsverbesserung zu unterbreiten. Auf dieser Basis werden wir dem Senat und dem Abgeordnetenhaus Entscheidungen zur Konsolidierung und Weiterentwicklung des Ethikunterrichts empfehlen.

 

Als Schwerpunkte für die öffentliche Debatte, für die wir das

DIALOGFORUM ETHIK eingerichtet haben, schlagen wir vor:

 

  • ·         Religionen, Weltanschauungen und Kulturen im Fach Ethik
  • ·         Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ethik-Lehrkräften und
  • ·         Rahmenbedingungen des Ethikunterrichts

 

Stellungnahmen, Vorschläge und Kritiken von Parteien, Verbänden, Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen können ab sofort an uns gerichtet werden:

-         per E-Mail an: dialogforum-ethik@t-online.de

-         über die Homepage: www.proethik.info (Button: Kontakt)

-         per Briefpost an unsere Anschrift: Pro Ethik, Postfach 870235, 13162 Berlin 

 

Auf unserer Homepage werden eine Reihe Hintergrundinformationen zum Ethikunterricht und zur Qualifizierung der Lehrkräfte zu finden sein. Auch bei uns eingehende Stellungnahmen, Vorschläge und Kritiken werden wir in geeigneter Form dort öffentlich zugänglich machen, wenn die VerfasserInnen damit einverstanden sind.

 

Die Ergebnisse der Debatte im Rahmen des Dialogforums sollen bis November 2010 in einem Abschlussbericht zusammengefasst und auf einer Bilanzpressekonferenz öffentlich vorgestellt werden.

 

Berlin, 5. Mai 2010

 

Bündnismitglieder: Alevitische Gemeinde zu Berlin - Bündnis 90 / Die Grünen. Landesverband Berlin – Deutsche Buddhistische Union (DBU) – DIE LINKE. Landesverband Berlin – Fachverband Ethik, Bundesverband und Landesverband Berlin – Fachverband Philosophie, Landesverband Berlin – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Berlin – Grüne Jugend – Humanistische Union Berlin-Brandenburg – Humanistischer Verband Deutschlands, Landesverband Berlin – Initiative Christen pro Ethik – Junge HumanistInnen – Jusos Berlin – Kurdistan Kultur- und Hilfsverein – Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) – Linksjugend ['solid] Berlin – NaturFreunde Berlin – Niederländische Ökumenische Gemeinde Berlin – SPD. Landesverband Berlin – Türkischer Bund Berlin-Brandenburg (TBB) – Türkischer Elternverein Berlin-Brandenburg

Erfreulich ist eine sehr lesenswerte Magisterarbeit zur Auseinandersetzung Pro Reli Versus Pro Ethik in Berlin 2008/09, die an der Universität Potsdam eingereicht worden war (s. download).
Die Politikstudentin Frauke Janßen hat sich mit der Rolle der Evangelischen Kirche bei der Pro Reli Kampagne beschäftigt und ist zu sehr bemerkenswerten Schlussfolgerungen gelangt. In der Anlage der Arbeit sind Interviews aus der Nachbetrachtung von Vertretern des Pro Ethik Lagers Frau Dr. Felicitas Tesch, Ruth Priese und Dr. Gerhard Weil, vom Pro Reli-Lager Dr. Lehmann und Oberkirchenrat Schultz von der Studentin erhalten. Die interessanten Interviews sind im Anhang der Arbeit vollständig abgedruckt. Wir danken Frau Frauke Janßen für ihre Genehmigung der Veröffentlichung!

Ethik oder Religion?
Die Rolle der EKD in dem Konflikt im Land Berlin um die Neugestaltung des weltanschaulichen Schulunterichts
magisterarbeit.pdf
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Wie kam es zum Fach Ethik an Berlins Schulen und was passierte beim Volksentscheid von "Pro Reli"?

Die Powerpoint Dokumentation von Dr. Gerhard Weil, Sprecher des Bündnis Pro Ethik, gibt Aufschluss und kann hier rundergeladen werden!

Pro Ethik oder Pro Reli in Berlin
Kontrahenten, Methoden der Auseinandersetzung, Schritte zum Erfolg
Pro Ethik oder Pro Reli.pps
Microsoft Power Point Präsentation [3.0 MB]
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Tabelle: Beteiligung und abgegebene Stimmen beim Volksentscheid über die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion am 26. April 2009 in %. Ausgezähltes Ergebnis (bei 100%: Vorläufiges Ergebnis)

 

Bezirk

Aus-
zählungs-
stand

Beteiligung

Ja

Nein

Ungültig

in % der Teil-
nehmer

in % der Stimm-
berechtigten

in % der Teil-
nehmer

in % der Teil-
nehmer

Mitte

100,0

24,3

44,8

10,9

55,0

0,2

Friedrichshain-Kreuzberg

100,0

26,2

27,1

7,1

72,7

0,2

Pankow

100,0

27,9

28,9

8,1

70,9

0,2

Charlottenburg-Wilmersdorf

100,0

34,3

60,5

20,8

39,3

0,2

Spandau

100,0

28,1

69,2

19,4

30,7

0,2

Steglitz-Zehlendorf

100,0

41,4

66,3

27,4

33,5

0,2

Tempelhof-Schöneberg

100,0

33,6

60,9

20,5

38,9

0,2

Neukölln

100,0

26,5

61,8

16,4

37,9

0,3

Treptow-Köpenick

100,0

27,7

26,3

7,3

73,5

0,2

Marzahn-Hellersdorf

100,0

21,6

22,7

4,9

77,0

0,3

Lichtenberg

100,0

23,2

21,3

5,0

78,4

0,3

Reinickendorf

100,0

33,2

69,1

22,9

30,7

0,2

Berlin insgesamt

100,0

29,2

48,5

14,2

51,3

0,2

 


Beteiligung und abgegebene Stimmen beim Volksentscheid über die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion am 26. April 2009 - absolut. Ausgezähltes Ergebnis (bei 100%: Vorläufiges Ergebnis)

 

Bezirk

Auszählungs-
stand

Stimm-
berechtigte

Teil-
nehmer

darunter

Ja

Nein

Ungültig

in %

in %

absolut

absolut

absolut

absolut

Mitte

100,0

193.529

47.042

21.059

25.866

117

Friedrichshain-Kreuzberg

100,0

168.825

44.205

11.962

32.151

92

Pankow

100,0

279.667

78.161

22.595

55.394

172

Charlottenburg-Wilmersdorf

100,0

216.519

74.348

44.974

29.191

183

Spandau

100,0

161.008

45.255

31.297

13.883

75

Steglitz-Zehlendorf

100,0

214.855

88.937

58.966

29.805

166

Tempelhof-Schöneberg

100,0

230.507

77.375

47.145

30.100

130

Neukölln

100,0

195.143

51.677

31.928

19.609

140

Treptow-Köpenick

100,0

198.357

54.960

14.471

40.375

114

Marzahn-Hellersdorf

100,0

202.373

43.793

9959

33.722

112

Lichtenberg

100,0

202.966

47.157

10.053

36.981

123

Reinickendorf

100,0

181.937

60.378

41.710

18.532

136

Berlin insgesamt

100,0

2.445.686

713.288

346.119

365.609

1560

 


Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg