Startseite

Kleine Anfrage 17/12974 der Abgeordneten Regine Kittler (Linke) "Ethik-Unterricht in der Berliner Schule"

Detaillierter und nach Schuljahren und Schularten getrennt beantwortet der Senat nun die Frage nach fachgerechtem und nicht fachgerechtem Einsatz der Lehrkräfte im Ethikunterricht. Der rechnerische Durchschnittswert von 50,1% fachgerechtem Einsatz setzt sich aus traurigen 35,7% an den ISS und erfreulicheren 70,8% an Gymnasien im laufenden Schuljahr zusammen.
Immerhin 506 Studierende befanden sich im letzten Semester an FU und HU im Bachelor bzw. Masterstudiengang mit „Ehtik/Philosophie“ im 1. oder 2. Fach.

Ab August 2014 wird die berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme „Ethik“ wiederholt angeboten. Die Maßnahme ist als Jahreskurs für 24 Lehrkräfte geplant. Das wird wohl kaum reichen!

Weitere Fakten und Daten in der nachstehenden Datei.

Kleine Anfrage 17/12974 der Abgeordneten Regine Kittler (Linke) "Ethik-Unterricht in der Berliner Schule"
ka17-12974-Linkspartei Januar 14.pdf
Adobe Acrobat Dokument [189.5 KB]
Download

Pressemitteilung der Fachverbände Ethik und Philosophie

"Ethik ist nur gut, wenn man einen guten Lehrer hat."
Wortlaut der gemeinsamen Presseerklärung.
PM Ethik.pdf
Adobe Acrobat Dokument [62.1 KB]
Download

Kleine Anfrage 17/12089 des Abgeordneten Özcan Mutlu (Grüne) "Die Zukunft des Fachs Ethik an den Berliner Universitäten"

Nachstehend der Wortlaut der o.g. Kleinen Anfrage. Die Umstrukturierung der Lehrerausbildung hat Konsequenzen für die Fachausbildung in Ethik vor allem an der FU Berlin. Der Senat bleibt bei der Ethiklehrräfteausbildung an zwei Universitäten ( HU und FU Berlin).

Bemerkenswert: Am Stichtag 1.11. 2012 waren 65,3% der erteilten Stunden an den ISS und 34,8% der erteilten Stunden an Gymnasien durch Lehrkräfte ohne eine entsprechende Fachausbildung unterrichtet!

Kleine Anfrage Nr. 17/12089 des Abg. Özcan Mutlu "Die Zukunft des Fachs Ethik an den Berliner Universitäten"
ka17-12089.pdf
Adobe Acrobat Dokument [179.9 KB]
Download

Brief der Fachverbände Ethik und Philosophie an die Senatsbildungsverwaltung zur Situation des Ethikunterrichtes, des Ethikstudiums an der FU-Berlin und zur Fort- und Weiterbildung

Senatseingabe Ethikunterricht
In diesem Schreiben werden dem Senat zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der Praxis des Ethikunterrichts, der Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung dazu gemacht.
Senatseingabe Ethikunterricht.pdf
Adobe Acrobat Dokument [78.3 KB]
Download

Antwortbrief von Bildungsstaatssekretär Mark Rackles vom Februar 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Ihr Schreiben zur Situation des Faches Ethik in der Berliner Schule habe ich mit Interesse zur Kenntnis genommen und bedanke mich für Ihr Engagement.

Selbstverständlich bin auch ich sehr daran interessiert, dass das Fach Ethik nach Möglichkeit von dafür qualifizierten Lehrkräften unterrichtet wird und werde eine entsprechende Bitte an die Schuleiterinnen und Schulleiter richten.

Ich bedanke mich mich noch einmal für Ihr Interesse und Ihre kritische Begleitung des Faches Ethik.

 

Mit freundlichen Grüßen

Mark Rackles

Brief des Bündnis Pro Ethik an den Staatssekretär der Senatsbildungsverwaltung zum Unterrichtseinsatz von fortgebildeten Ethiklehrkräften

Keine Befreiung vom Ethikunterricht! Dieser ist verfassungskonform.

Siehe Pressemeldung des Berliner Verwaltungsgerichts:http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/vg/presse/archiv/20120820.1440.373939.html

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Rackles,

 

schon in der Zeit vor dem Volksentscheid „Pro Reli“ 2008/2009 kreiste die öffentliche Diskussion u.a. um die Frage der Qualifizierung der im damals noch jungen Fach Ethik eingesetzten Lehrkräfte. Ihre Senatsverwaltung und die zahlreichen Unterstützer verwiesen auf die in dreisemestrigen Fortbildungskursen schon ausgebildeten oder in Ausbildung befindlichen Lehrkräfte, die zu diesem Zeitpunkt oder entsprechend später zum Einsatz kommen sollten. Außerdem betonte Ihre Verwaltung immer wieder die rechtlich unbestrittene, pädagogisch fraglos nicht ideale Position, dass in der Berliner Praxis jede Lehrkraft im Prinzip jedes Fach (in der Berliner Schule) unterrichten kann, auch wenn sie nicht dafür speziell ausgebildet ist, und selbst wenn zur Zeit der Ausbildung dieses Fach noch gar nicht existierte.

In der Zwischenzeit haben am Ende der vergangenen Legislaturperiode Kleine Anfragen von - unserem Bündnis nahe stehenden - Abgeordneten ergeben, dass in der Ethikunterrichtspraxis in allen vier Jahrgangsstufen der Anteil der qualifizierten Fachkräfte immer noch erschreckend niedrig und sogar unterhalb der Zahl der Absolventen der Fortbildungskurse (von der Verwaltung „Weiterbildungskurse“ genannt, obwohl dadurch kein besoldungsrechtlich relevanter Abschluss erzielt werden kann) geblieben war. Namentlich in den 7. und 8. Klassen scheint es an Schulen außerdem die Tendenz zu geben, die Klassenleiter mit dem Ethikunterricht zu betrauen, quasi als bessere Tutoriumsstunden. Eine solche Situation würde auf Dauer gesehen den Gegnern des obligatorischen Ethikfaches argumentativ in die Hände spielen, deren Angriff spätestens am Ende dieser Legislaturperiode zu befürchten ist.

 Nun haben wir von ihrer Mitarbeiterin, Frau Useli, vernommen, dass die Zahl der qualifizierten Lehrkräfte sich durch den Einsatz von jungen Lehrkräften mit der Facultas Ethik / Philosophie in letzter Zeit erfreulich erhöht hat. Auf unsere Frage hin, inwieweit die Senatsverwaltung Einfluss auf die Schulleitungen nehmen könne, stärker die qualifizierten Lehrkräfte beim Einsatz im Ethikfach zu berücksichtigen, machte sie uns geringe Hoffnungen, denn über den Unterrichtseinsatz entschieden allein die Schulleiter.
Aus der Vergangenheit wissen wir aber, dass die Senatsbildungsverwaltung einige Möglichkeiten hat, in pädagogisch-organisatorischen Bereichen recht präzise steuernd in die Schulpraxis einzugreifen, sei es durch Rundschreiben, Organisationshinweise oder Vermerke auf Schulleiterversammlungen bzw. Schulaufsichtskonferenzen.
Wir bitten Sie daher hiermit dringlich, rechtzeitig vor Beginn der Organisation des neuen Schuljahres 2013/14 im Sinne einer Qualitätsentwicklung den Schulleitungen den verstärkten Einsatz der qualifizierten Ethiklehrkräfte nahe zu legen.
Wir sind ganz sicher, dass es dazu sowohl im politischen Raum, als auch bei kritischen kirchlichen Kreisen keine abweichenden Meinungen geben kann, schließlich geht es hier auch um die Effizienz des Einsatzes von Ausbildungs- und Fortbildungsressourcen.
Wir würden uns freuen, Ihre Auffassung zur Lösung dieser objektiv vorhandenen Probleme zu erfahren.

Frau Francesca Useli-erhält eine Durchschrift

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gerhard Weil, Sprecher                       gez. Peter Kriesel, Koordinator

P.S.:
Wie üblich erlauben wir uns, nach Eingang dieses Schreibens bei Ihnen, unseren Dialog wieder auf unserer Homepage: www.proethik.info zu dokumentieren, die im Jahre 2012 von knapp 5000 Besuchern mit etwa 8600 Seitenaufrufen verfolgt wurde.

Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe 1 Ethik

Rahmenlehrplan seit Sommer 2012
sek1_ethikneu2012.pdf
Adobe Acrobat Dokument [218.9 KB]
Download

Brief des Bündnis Pro Ethik an den Staatssekretär der Senatsbildungsverwaltung zum neuen Rahmenlehrplan Ethik

Sehr geehrter Herr Rackles,

 

als ehemaliger Mitarbeiter in Ihrer Senatsverwaltung weiß ich, dass Dankesbriefe aus der Bevölkerung oder von gesellschaftlichen Gruppierungen eher eine Ausnahme darstellen. Umso mehr freue ich mich, im Namen des Bündnis Pro Ethik Ihnen und den zuständigen MitarbeiterInnen Ihrer Verwaltung für die gründliche Überarbeitung des neuen Rahmenlehrplans für die Sekundarstufe I Ethik zu danken. Dies gilt insbesondere für die Korrekturen, die nach der Vorlage der Anhörungsfassung aufgrund der Vorschläge von Einzelpersonen, Gruppierungen und Gewerkschaften in die zum neuen Schuljahr herausgebrachte Schlussfassung eingearbeitet wurden.

Entsprechend den Vorschlägen des Bündnis Pro Ethik vom Februar 2012 wurden bei den Themenfeldern die „sexuelle Orientierung“ und der „religiös begründete Fundamentalismus“ sowie die Entschiedenheit im Geist der Toleranz und im Sinn von Grundgesetz und Menschenrechten“ aufgenommen und konsequent den Religionen die Weltanschauungsgemeinschaften zur Seite gestellt. Außerdem wurde erstmals auf umstrittene Begriffe wie „Sekten“ und „Aberglaube“ verzichtet und die „Religiösen Schöpfungsgeschichten“ dem Begriff „Schöpfungsmythen und Weltdeutungen“ korrekt untergeordnet. Auch die Erwähnung des Begriffs „Weltreligionen“ öffnet die Sicht weg von der alleinigen Beschäftigung mit den abrahamitischen Religionen. Damit konnten Einwände berücksichtigt werden, die schon bei der Beratung des ersten Rahmenlehrplans erhoben, jedoch ignoriert worden waren.

Erfreulich auch die an vielen Stellen des Rahmenlehrplans erkennbare starke Berücksichtigung des interkulturellen Lernens und des darin enthaltenen Perspektivwechsels.

Bereits als positiv von uns benannt ist die Anpassung dieses Rahmenlehrplans mit nunmehr dreistufigen Standards an andere Pläne.

Das Bündnis Pro Ethik wäre ein schlechter Sachwalter dieses relativ neuen – nicht dauerhaft ungefährdeten - Pflichtfachs in der Sekundarstufe I, wenn es den obigen Lobesworten nicht noch Bitten und Mahnungen folgen ließe:

Wir halten nach wie vor die Lehrerfortbildung für Ethiklehrkräfte für - freundlich gesagt - entwicklungsfähig, die vom Parlament geforderte qualifizierte Lehrerweiterbildung an den Hochschulen für dringend umzusetzen und erinnern daran, dass für die Absolventen des Grundstudiums Ethik ein angemessener Einstellungskorridor geschaffen werden muss, wie es den Bedürfnissen in der Unterrichtspraxis (siehe vergleichbare Kleine Anfragen in der letzten Legislaturperiode) entspricht.

Nach erfolgreichem Abschluss der Baustelle Rahmenlehrplan wollen wir Sie deshalb ermuntern, sich den letztgenannten Themenfeldern zuzuwenden!

P.S. Die Initiative Christen pro Ethik wird sich demnächst noch mit weiteren Stellungnahmen und Vorschlägen an Sie wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gerhard Weil     gez.Peter Kriesel          

Sprecher                 Koordinator

 

Antwort im Auftrag des Staatssekretärs in der Senatsbildungsverwaltung zur Stellungnahme des Bündnis

Sehr geehrter Herr Dr. Weil,

 

Herr Staatssekretär Rackles hat Ihr Schreiben erhalten und mich gebeten, Ihnen zu antworten.

 

Zunächst möchte ich mich für Ihr Interesse am Fach Ethik und am Rahmenlehrplan sowie für die vielen konstruktiven Vorschläge, die Sie in Ihrem Schreiben formulieren, bedanken. Die Überarbeitung des Rahmenlehrpans hat viele sinnvolle Kritikpunkte, die das Bündnis Pro Ethik bereits im Jahr 2010 formuliert haben, in der Anhörungsfassung vom Dezember 2011 bereits aufgenommen. So sind in der überarbeiteten Fassung Aspekte der interkulturellen Kompetenz wieder zu finden, deren Fehlen das Bündnis bereits im Jahr 2010 kritisiert hat.

 

Die weiteren Verbesserungsvorschläge, die in Ihrem Schreiben von Februar 2012 formuliert sind, sind von mir mit Interesse und Aufmerksamkeit betrachtet worden. Diese werden - so weit wie möglich - bei der Entwicklung der endgültigen Fassung berücksichtigt werden.

An dieser Stelle möchte ich aber auch erwähnen, dass die überarbeitete Fassung des Rahmenlehrplanes überwiegend eine positive Resonanz gefunden hat, beispielsweise überwiegt aus den Kreisen der Lehrerinnen und Lehrern die Zustimmung. Dennoch sind wir selbstverständlich an allen Verbesserungsvorschlägen interessiert.

 

Abschließend möchte ich mich nochmals für das Engagement des Bündnisses Pro Ethik bei der Stellungnahme zum Rahmenlehrplan bedanken und sende Ihnen herzliche Grüße.

 

 

Francesca Useli

Stellungnahme des Bündnis zur vorliegenden Anhörungsfassung des überarbeiteten Rahmenlehrplans Ethik

Einschätzung

 

Der als Anhörfassung vorgelegte Entwurf für einen überarbeiteten Rahmenlehrplan Ethik enthält eine Reihe von Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger, bedarf aber an einigen wesentlichen Punkten einer dringenden Verbesserung.

 

Zu den besonders von Ethiklehrkräften begrüßten Verbesserungen gehört die nun dreistufige Ausarbeitung der Standards, wobei die Steigerung der Stufen nicht immer die erforderliche Trennschärfe aufweist, insbesondere vom  mittleren zum erweiterten Standard. Die Progression von den Doppeljahrgangsstufen der 7./8. Klasse zur 9./10. Klasse ist gut gelungen.

 

 

Notwendige Verbesserungen

 

Als Bündnis Pro Ethik halten wir folgende Verbesserungen für erforderlich:

1.     Im gesamten Rahmenlehrplan Ethik ist eine stärkere Orientierung an der Festlegung der Aufgaben und Inhalte des Faches Ethik gemäß § 12 Schulgesetz vorzunehmen.

2.     Im Absatz über die Aufgaben, Ziele und Inhalte des Faches ist deutlicher herauszustellen, dass in diesem Fach vor allem die Verständigung mit Anderen und Andersdenkenden methodisch gelernt werden soll. Dazu sind u.a. die Festlegungen des Schulgesetzes wörtlich zu zitieren. Ethik ist das einzige Fach in Berlin, dessen Aufgaben und Inhalte im Schulgesetz vom Gesetzgeber festgelegt wurden. Das gehört schon deswegen in den Rahmenplan. Es empfiehlt sich, die im Schulgesetz festgelegten drei Kernkompetenzen des Faches „soziale Kompetenz, interkulturelle Dialogfähigkeit und ethische Urteilsfähigkeit“ bei der Nennung der Kompetenzen zu zitieren und durchgängig als Struktur im Rahmenlehrplan Ethik zugrunde zu legen.

3.     Die Standards bieten durchaus hilfreiche Anhaltpunkte für die Leistungsbewertung. Hier wäre jedoch der Hinweis wichtig, dass im Ethikunterricht wesentliche Fähigkeiten erarbeitet werden, die nicht zu benoten sind. Die vorliegenden Ausführungen zur Leistungsbewertung von „ethischer Reflexion“ (S. 37f) sollten durch Angaben zur Bewertung von zensierbaren Aspekten der „sozialen Kompetenz und interkulturellen Dialogfähigkeit“ ergänzt werden.

4.     Im Schulgesetz sind als fachspezifische Kompetenzen für den Ethikunterricht „soziale Kompetenz, interkulturelle Dialogfähigkeit und ethische Urteilsfähigkeit“ angegeben. In diesem Sinne sollten die „jahrgangsübergreifende kommunikative Kompetenz“ (S. 20) ebenso wie die Zielstellung „verantwortungsbewusstes Handeln“ (im Entwurf nur „Handlungskompetenz“ genannt) den Kompetenzen und Standards vorangestellt werden.

5.     Fächerübergreifende Aspekte des Ethikfaches sind vielfach zu finden und zu nutzen. Eine Auflistung im Rahmenlehrplan Ethik halten wir deshalb nicht für nötig. Eine eigene Handreichung der Senatsverwaltung für Bildung zu den vielfältigen Verbindungsmöglichkeiten zu anderen Fächern wäre aber sinnvoll.

6.     Überall wo im Rahmenlehrplan Ethik Religionen genannt werden, ist immer „und Weltanschauungen“ zu ergänzen, und ebenso umgekehrt bei Weltanschauung stets “und Religionen“, z. B. auf Seite 16 und 17.

7.     Die Differenziertheit der Themen ist zu wenig erkennbar. U.a. deshalb empfehlen wir  zur Formulierung der Themenfelder und ihrer inhaltlichen Untersetzung folgende Verbesserungen:

Im Themenfeld 1 sollte die Gleichwertigkeit verschiedener sexueller Orientierungen als Schwerpunkt benannt werden, da es hier erhebliche Defizite und auch Fehlverhalten unter Jugendlichen gibt. Zwar werden im Themenfeld 1 die sexuelle Orientierung und die Geschlechterunterschiede genannt, hier müssen u. E. aber Pubertierenden erheblich mehr Problemfelder angeboten werden, z.B. die Gestaltung von Beziehungen in von Abhängigkeit geprägten Familienstrukturen bzw.  Erfahrungen von Gewalt in Beziehungen.

Im Themenfeld 4 sollte auch das in der Schule virulente Thema „Jugendcliquen, Gewalt, Gewaltprävention“ Erörterung finden.

 

Das Themenfeld 6 sollte „Wissen und Religionen/Weltdeutungen“ heißen.

 

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen kulturellen Prägungen und Interkulturalität ist – gemessen an den Vorgaben des Schulgesetzes  und den Berliner Realitäten – im gesamten Rahmenlehrplan zu wenig berücksichtigt. Gleiches gilt für die Vielfalt von Religionen und Weltanschauungen. Das Potenzial des Faches Ethik hinsichtlich Verständigung, wechselseitigem Respekt und Integration wird damit nicht hinreichend ausgeschöpft. Gerade in diesem wichtigen Bereich sind Hinweise für die Lehrerinnen und Lehrer sinnvoll. Sie haben die anspruchsvolle Aufgabe, einerseits Unterschiede darzustellen, andererseits Klischees und Vorurteile abzubauen.  

Sowohl der Fließtext auf S. 35 als auch die Ausführungen in der Tabelle darunter sind überarbeitungsbedürftig. Als Beispiele seien genannt:

S. 35

Zeile 7-10

Nicht nur „Naturwissenschaften“, alle Wissenschaften  haben Grenzen ihres gegenwärtigen Wissens. Sie sind aber ständig offen für neue Erkenntnisse. Sie haben nicht den Anspruch, für „alle Phänomene“ Erklärungen zu liefern, sondern nur in ihrem jeweiligen Fachgebiet Wissensfortschritte zu erzielen.

       Zeile 12-16

Nicht nur „neben“ traditionellen religiösen Gemeinschaften“, sondern auch „in“ ihnen gibt es solche Gruppen, die – gemessen an den Menschenrechten –  in „problematischer Weise“ agieren. (Hier sei auf die in vielen Weltreligionen erkennbaren Strömungen zu „Fundamentalismen“ hingewiesen, ein allerdings problematischer Begriff). Eine „Einschätzung“ von Glaubensrichtungen auf der Wahrheitsebene („Erkenntniswert von Wissenschaft und Glauben“) ist dem zu religiös-weltanschaulicher Neutralität verpflichtetem Staat nicht gestattet, auch nicht wenn religiöse Gruppen „in problematischer Weise agieren“.

Es ist dem Staat jedoch unbenommen, unter Berufung auf Grundgesetz und Menschenrechte religiöse Gruppen und Ideologien zu kritisieren, wenn diese gegen die Freiheitsrechte des Grundgesetzes oder die Menschenrechte handeln und z.B. die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Religionsfreiheit negieren. Hier ist durchaus „Entschiedenheit im Sinn von Grundgesetz und Menschenrechten“ gefragt und eben nicht nur „Entschiedenheit im Geist der Toleranz“, wie es im Rahmenlehrplan-Entwurf steht. Dafür könnte im Rahmenlehrplan sinngemäß folgender Satz stehen „Religionen und Weltanschauungen müssen sich an Grundgesetz und Menschenrechten messen lassen“.

     Tabelle Spalte 2

            Der Begriff „Sekten“, ist mehr als umstritten: Die Bezeichnung „Sekte“ deutet auf die Ablehnung von kleineren religiösen Gemeinschaften durch etablierte religiöse Gemeinschaften oder Kirchen, Staaten oder Gesellschaften hin. Der von vornherein abwertende Begriff „Sekte“ greift einer inhaltlichen Auseinandersetzung in einer einem staatlichen Ethikunterricht nicht angemessenen Weise vor.  (Die religiös-weltanschauliche Neutralität des staatlichen Unterrichts und somit die Religionswissenschaft als Bezugswissenschaft zur Behandlung religiöser Fragen im Ethikunterricht verbietet zudem die einseitige Übernahme von Bewertungen religiöser Gemeinschaften.)

     Tabelle Spalte 3

Eine Unterscheidung von „archaischen Schöpfungsmythen“ und „religiösen Schöpfungsgeschichten“ ist in der Religionswissenschaft ungebräuchlich, da von ihr auch  letztere als Schöpfungsmythen bezeichnet werden.

„Glaube versus Aberglaube“ ist ein gebräuchliches Gegensatzpaar aus Religionen mit absoluten Wahrheitsansprüchen gegenüber älteren Religionen oder Abweichungen. „Aberglaube“ ist  bei ihnen häufig ein abwertender Kampfbegriff gegenüber fremden Religionen.

 

8.     Wir halten Fortbildungen für dringend erforderlich, damit die Lehrerinnen und Lehrer ihrer anspruchsvollen Aufgabe gerecht werden können. Das Bündnis Pro Ethik fordert daher Pflichtfortbildungen mit Ermäßigungsstunden für alle im Ethikunterricht eingesetzten Lehrkräfte ohne bisherige Fachfortbildung: Zudem muss umgehend mit der vom Abgeordnetenhaus längst beschlossenen universitären berufsbegleitenden Weiterbildung im Fach Ethik (an Universitäten) begonnen werden.

Fachübungen zur Förderung kommunikativer Kompetenzen und zum besseren Verstehen und Handhaben von Gruppendynamiken erscheinen uns sowohl in der Ethiklehreraus-, als auch in ihrer Weiter- und Fortbildung unerlässlich.

Zielstellung muss sein, dass der Ethikunterricht so schnell wie möglich durch fachspezifisch ausgebildete Lehrkräfte abgedeckt wird.

 

9.     Darüber hinaus möchten wir unsere Forderung erneuern, dass dieses – für das gesellschaftliche Zusammenleben so relevante – Fach ständig von einem (interdisziplinär besetzten) Gesellschaftlichen Beirat begleitet werden sollte.

Stellungnahme der GEW Berlin zum Rahmenlehrplanentwurf

Stellungnahme der GEW BERLIN zur Anhörungsfassung des Rahmenlehrplans Ethik für die Sekundarstufe I (Fortschreibung)

 

 

Unsere Stellungnahme bezieht sich auf die Überarbeitungen und Neufassungen ab Punkt 2.3 „Ethische Kompetenzen“. Sie orientiert sich an der Reihenfolge des Rückmeldebogens der Senatsbildungsverwaltung.

 

1. Kompetenzen:

Die Empathiekompetenz wurde weggelassen und damit auf Fähigkeiten im emotionalen Bereich verzichtet, die im schulischen Kontext (auch wegen mangelnder Überprüfbarkeit) immer gerne ausgeblendet werden. Allerdings findet sich einiges davon wieder im neuen Kompetenzbereich „Perspektiven Übernehmen“, der inhaltlich den Anforderungen der KMK-Richtlinien zur Interkulturellen Erziehung von 1996 entspricht.

Die bisherige Personale Kompetenz verschwand ebenfalls und die Kompetenz „Kommu­nizieren“ taucht nun neu auf. Umbenannt wurde die Praktische Kompetenz zu „Handeln“. Die jetzige Zusammenstellung von Kompetenzen wirkt insgesamt plausibel, allein der hier beschriebene Wechsel deutet zumindest im Bereich Ethik auf eine gewisse Willkür bei der Kompetenzbenennung hin. Es fällt dann Lehrkräften schwer, diesen zentralen Punkt der Lehrplanentwicklung allzu ernst zu nehmen.

 

2. - 4. Standards:
Begrüßenswert ist es, dass nun auch der RLP Ethik sich an das in allen anderen Rahmen­lehrplänen übliche Verfahren hält, drei statt bislang zwei Standards (Mindeststandard, mittle­rer Standard und erweiterter Standard) mit zwei bis drei Schlüsseln vorzugeben. Gut ist auch, dass nun­mehr die beschriebenen Kompetenzen bei den dreigeschlüsselten Standard­beschreibungen jeweils für die Klassen 7 und 8 sowie 9 und 10 wieder auftauchen, also doch etwas ernst genommen werden. Die Fragestellung des Fragebogens allerdings, ob sie ge­eignet für die Leistungsbeurteilung sind, erscheint nebenrangig, sie sollten eher bei der Un­terrichtsplanung helfen. Und da gibt es ein ganz anderes Problem: Die differenzierten Dar­stellungen sind häufig nicht sonderlich kreativ beim mittleren und erweiterten Standard er­gänzt, wenn überhaupt. Hier wird viel Überarbeitungspotenzial gesehen. In den genannten Bereichen werden die Standards als nicht durchgehend angemessen angesehen, sofern eine derartige Differenzierung für unbe­dingt notwendig erachtet wird.

 

Die Progression der Standards von der 7. und 8. Klasse zur Klasse 9 und 10 wirkt dagegen überzeugend, insbesondere im Bereich Perspektiven Übernehmen.

 

5. Themenfelder:
Aus sechs Themenfeldern mit drei Begriffen wurden sechs Themenfelder mit zwei jeweils mit „und“ verbundenen Begriffen. Es entfallen also theoretisch drei, in Praxis aber neun Begriffe, weil ein Themenfeld (Diskriminierung, Gewalt und Toleranz) total ersetzt wird. Weggefallen sind deshalb „Freundschaft, Glück, Solidarität, Diskriminierung, Gewalt, Toleranz, Gleichheit, Schuld und Hoffen“, wobei Gewerkschafter die beiden letzten Themen am wenigsten ver­missen werden. Neu als Themenfeld erscheint „Mensch und Gemeinschaft“ und im ersten Themenfeld zur Identität die „Rolle“.

Völlig abzulehnen ist bei den Themenbeispielen im 6. Themenfeld (Wissen und Glauben) das aus dem ersten Rahmenlehrplan schon kritisierte Gegensatzpaar „Glauben versus Aberglaube“. Aberglaube wird allgemein als eine abwertende Bezeichnung benutzt, die von den herrschenden Religionsgruppen abgelehnte religiöse Praktiken kennzeichnen. Häufig wird der Aberglaube dabei mit okkulten oder volkstümlichen Handlungen in Beziehung ge­bracht, die von der herrschenden Theologie als „unwissenschaftlich“ oder „heidnisch“ beein­flusst diffamiert wird.

In einem staatlichen RLP hat solch ein (Kampf-)Begriff also nichts zu suchen und sollte durch den Begriff „Nichtglauben“ oder „Atheismus“ ersetzt werden.

Erfreulich umfangreich ist die Darstellung der genannten sechs Themenfelder mit den drei schon aus dem alten RLP dargestellten individuellen, gesellschaftlichen und ideenge­schichtlichen Perspektiven. Hier werden durchaus neue Teilthemen wie Schwanger­schaftsabbruch, Klonen, Sterbehilfe, Tierrechte – Tierschutz, Umweltschutz, Internetnutzung etc. genannt. Auch tauchen im neuen Themenfeld „Mensch und Gemeinschaft“ die andern­orts gestrichenen Begriffe Toleranz, Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung wieder auf. Hier könnten diese Themen aber noch erweitert oder aktualisiert werden.

Im 6. Themenfeld (Wissen und Glauben) erscheint auf Seite 35 neben der Wiederholung von „Glauben versus Aberglaube“ neben „Kirchen und Glaubensgemeinschaften“ (besser wäre „Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften“) der Begriff „Sekten“, der ebenfalls um­stritten ist: Die Bezeichnung „Sekte“ deutet auf die Ablehnung von kleineren religiösen Ge­meinschaften durch etablierte religiöse Gemeinschaften oder Kirchen, Staaten oder Gesell­schaften hin. Mit dem Kampfbegriff „Sekte“ kann man sich die oftmals inhaltlich berechtigte Auseinandersetzung vorab ersparen, was einem staatlichen Ethikunterricht nicht angemes­sen erscheint.

6. Die Frage, ob der RLP Ansatzpunkte für fächerübergreifendes Lernen anbietet, kann natürlich nur bejaht werden. Die GEW BERLIN hätte es aber besser gefunden, wenn die RLP-Entwickler die entsprechende, fast leere Seite 20 dazu genutzt hätten, wenigstens ex­emplarisch die Verbindungen zu den RLP anderer Fächer aufzuzeigen.

 

7. Die Frage nach den Ansatzpunkten für interkulturelles Lernen kann angesichts der Kompetenz „Perspektiven Übernehmen“ als zu bejahen beantwortet werden. Dies gilt insbe­sondere für die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und Religionen. Es fehlt allerdings ein Hinweis auf die „Weltreligionen“, um die Verengung auf die drei abrahamitischen Religio­nen aufzubrechen.

 

Zu Nr. 8: Was an Themen auf jeden Fall fehlt, ist im Themenfeld 6 eine Auseinanderset­zung mit dem Fundamentalismus in fast allen Weltreligionen, die wohl relevanter als die Auseinandersetzung mit dem Aberglauben erscheint. Zwar wird im Themenfeld 1 die sexu­elle Orientierung und Geschlechterunterschiede genannt, hier müssen aber Pubertierenden erheblich mehr in diesem Zusammenhang stehende Problemfelder angeboten werden. Im Themenfeld 4 sollte auch das in der Schule virulente Thema „Jugendcliquen, Gewalt, Ge­waltprävention“ Erörterung finden.

Wenn auch die „Konsumkritik“ und „Umweltfragen“ erörtert werden, so fehlt doch eine breite Auseinandersetzung mit der bisherigen Form des Wirtschaftens der westlichen Länder an­gesichts schwindender Ressourcen, Armut, Hunger und mangelnden Bildungschancen bei der Mehrheit der Weltbevölkerung.

 

Zu Nr. 9: Die GEW BERLIN wünscht sich eine insgesamt effiziente Form von Fortbildungen im Bereich Ethik, Pflichtfortbildungen mit Ermäßigungsstunden für alle im Unterricht einge­setzten Lehrkräfte ohne bisherige Fachfortbildung und den sofortigen Beginn der vom Par­lament längst beschlossenen berufsbegleitenden Weiterbildung (an Universitäten) im Fach Ethik.

Stellungnahme des HVD Berlin als pdf-Datei

Der Humanistische Verband Deutschlands Berlin hat seine Stellungnahme in die von der Senatsbildungsverwaltung vorgegebene Fragebogendatei eingefügt, die nachstehend als pdf-Datei wiedergegeben wird:

Rückmeldebogen des HVD
rueckmeldebogen_ethik1HVD.pdf
Adobe Acrobat Dokument [82.7 KB]
Download

Stellungnahme der "Christen pro Ethik"

Christen pro Ethik

 

www. Christen-pro-Ethik.de

 

Stellungnahme zum überarbeiteten Rahmenplan Ethik, (Anhörungsfassung vom 14.12.2011

 

(Wir folgen in dieser Version unseres Textes deshalb nicht der Gliederung des von Frau Useli vorgeschlagenen Fragebogens für „Rückmeldungen“, weil wir unsere Hauptgesichtspunkte darin nicht recht berücksichtigt finden)

 

I.)           Hilfreich wird die Beschreibung von Standards unter Pkt.3 auch auf diese schematische Weise sein.

Gerade für den Ethikunterricht mit der vom Schulgesetz geforderten Schülerorientierung wäre an dieser Stelle auch eine einschränkende Feststellung nötig, dass hier nur kognitive Leistungen, Beteiligung, Problemerkenntnis und –bearbeitung sowie Fleiß bewertet werden, weil jegliche Wertung und „Deutung“ der jugendlichen Persönlichkeiten als Ganzes - mit ihren individuellen biographischen Voraussetzungen - ihre Entwicklungsförderung hindern würde und weil gerade in diesem Fach darauf nicht oft genug hingewiesen werden kann („Noten sind die Währung, durch die die Eliten sich perpetuieren“ B.H.F. Taureck).

Das könnte etwa verdeutlicht werden, wenn die den Pkt. 3 jetzt abschließende Beschreibung der jahrgangsübergreifenden sozialen („kommunikativen“) Kompetenzen an den Anfang gestellt und nicht nur als das Einhalten von Regeln und im Wiederholen der kognitiven Kompetenzen, sondern mehr als Haltung des wertungsfreien Respekts vor sich selbst und der bzw. dem Anderen beschrieben würde.

 

II.) Die Aufgaben und Ziele des Faches Ethik (2.2.) erscheinen uns wie im alten Rahmenlehrplan sehr verkopft dargestellt und offenbar einer sehr eingeschränkten Beschreibung von „Ethik als Reflexion über Lebensführung“ (2.1.) geschuldet: „Nur ein reflektiertes Leben ist ein wirklich eigenes“ (S. 9). Solche Formulierungen bezeugen die nicht lebensdienliche und nicht dem Auftrag des Schulgesetzes (§ 12) entsprechende Einengung.

Um es anders zu sagen: Wir sind als Christen pro Ethik vor dem Volksentscheid 2009 nicht auf die Straße gegangen, um den Schülerinnen und Schülern einen zusätzlichen Unterrichtsstoff in Philosophie aufzuhalsen, sondern dafür, dass inmitten der enger werdenden Welt Orientierung, Kommunikation, V e r s t ä n d i g u n g und ethisches Urteilen m e t h o d i s c h g e l e r n t wird. Dabei dürfte eine Philosophie durchaus leitend sein, die auch von den neueren anthropologischen Erkenntnissen der psychosozialen und religionskundlichen Wissenschaften genügend gespeist ist.

Denn da jedes Zusammenleben, ob wir es wollen oder nicht, mehr gelingendes oder mehr misslingendes Zusammenleben ist, geht es im Ethikunterricht um mehr als um Vermittlung philosophisch verstandener Ethik. Es geht um die „Verkörperung von Moral“ (Richard Breun, P. Lang Vlg. Frankf./M. 2003), die sich der real in jeder Unterrichtsstunde, in jedem biopsychosozialen Wesen auch immer anwesenden Basisbedürfnisse der SchülerInnen annimmt, (z.B. des Bedarfs an Zugehörigkeit, Gesehenwerden, Autonomie und Angstfreiheit) und diese vor sich und anderen formulieren und erfüllen hilft. Denn ohne Bedarfsdeckung an den existentiellen Bedürfnissen gibt es keine Bereitschaft zur Verständigung. Dabei könnte in fächerübergreifender Verbindung mit dem Biologieunterricht unser menschlicher Körper zum Leitbild werden, etwa die Orientierung an dem wunderbaren Sich-Verständigen unserer Zellen, Gewebe, Organe und Glieder miteinander, wenn sie genügend genährt sind. (Leider werden im vorliegenden Entwurf lebensnotwendige Bedürfnisse und beliebige Wünsche nicht voneinander unterschieden).  

 

Das Unterrichtsfach Ethik kann zu einem Übungsfeld des öffentliches Raumes werden, in dem ich und der/die Andere, wir uns wechselseitig zu unseren Grundbedürfnissen bekennen lernen, uns selbst und die Andersartigkeit des /der Anderen wahrnehmen und respektieren - . Das Fach würde so zum Übungsfeld für die fortschreitend nötige Verständigung.

Dazu gehört u.E. auch das Verstehen und Bewusstmachen der gruppendynamischen Kräfte in jeder Klassengemeinschaft durch die Lehrpersönlichkeit als Identifikationsfigur bis hin zur Bearbeitung von Problemen des Zusammenlebens und zur Mediation von Konflikten.

 

Gutwillig betrachtet kann das alles aus dem vorliegenden Lehrplanentwurf herausgelesen werden, aber es erscheint uns wegen der unspezifischen Aufgaben- und Ziel-Formulierung für das neue Fach nicht durchdekliniert.

Deutlich wird das nochmals in der Formulierung der ethischen Kompetenzen (und Standards 2.3. und 3.1-2): Wahrnehmen und Deuten, Argumentieren und Urteilen, Perspektiven übernehmen, Kommunizieren und Handeln: alles wird als Aufgabe des/r Einzelnen beschrieben, nicht unter der Zielstellung der Verständigung zwischen Menschen, die aufeinander angewiesen sind.

 

III.) Es erscheint uns als sehr hilfreich, die drei didaktischen Perspektiven (Pkt.4) bei allen Unterrichtseinheiten zu beachten. Auch, um das kommunikative Ziel dieses Faches im Auge zu behalten, schlagen wir vor, die erste Perspektive zu erweitern auf: „individuelle und psychosoziale“ Perspektive, denn wir kommen aus Beziehung und können uns als Ich nur im Verhalten zum Du erleben (Die Hirnforschung spricht vom Gehirn als einem Beziehungsorgan, eine philosophiegeschichtlich natürlich ungewohnte Denkweise).

In der gesellschaftlichen Perspektive müsste deutlicher werden, dass sie nicht nur den Bezug nach Außen und den Einfluss von Außen meint, sondern den öffentlichen Raum insgesamt, i n   d e m   und von dem w i r   a l l e   g e m e i n s a m   l e b e n.

Als Christen pro Ethik begrüßen wir, dass in diesem Planentwurf auch das Thema Religion unter der ideengeschichtlichen Perspektive ständig vorkommt. Das braucht konkrete Unterrichtseinheiten über einzelne Religionen nicht zu hindern, die ja dann ebenso den drei Perspektiven unterworfen wären.

 

IV.) Themenfelder und Themenbeispiele (Pkt.5)

Richtig erscheint uns auch, darauf zu dringen, dass die Themenfelder im Unterrichtsjahr in einem geregelten Verhältnis vorkommen müssen, – wobei diese möglicherweise etwas beziehungsreicher und zukunftsorientierter (etwa im Blick auf die Begriffe „Arbeit“, „Glück“ „Sinn“- solidarisches Wirtschaften) formuliert werden könnten.

Die sehr allgemein gehaltenen Formulierungen unter Pkt. 5 könnten leicht zu sehr abstrakten Unterrichtsthemen verführen. Die Themenbeispiele bestätigen z.T. diese Befürchtung: Wenn man z. B. in den Themenfeldern 1 und 6 davon ausgeht, dass jeder junge Mensch Erfahrungen mit Familie usw. hat (- mit in der Regel abhängigen Beziehungen -) , müsste in den Beispielen deutlicher werden, dass nicht nur vom vergleichsweise einfachen Gestalten gleichwertiger Freundschaften, sondern auch vom Konflikt zwischen Ungleichen ausgegangen wird (etwa dem Bedürfnis nach Loslösung von der Herkunfts- und dem nach Gründung einer eigenen Familie Rechnung getragen wird - ), damit das Ziel des Sich angstfrei Verständigens auch in von Machtgefälle gekennzeichneten Beziehungen im Auge behalten wird.

 

Ein Hinweis, zu dem gerade wir uns verpflichtet fühlen, weil mit der Bewertung „Aberglaube“ in der Vergangenheit viele Menschen sich von Großkirchen diskriminiert fühlten : Im Themenfeld 6 unter ideengeschichtlicher Perspektive sollte besser nicht mit dem Begriffspaar „Glaube versus Aberglaube“ gearbeitet werden, sondern besser mit dem Begriffspaar „tradierter und persönlicher Glaube“ o.ä. (Wer sollte in einem staatlich verantworteten Schulfach zuständig sein zu bewerten, was Glaube und was Aberglaube ist?) Und auch nach biblischen Verständnis ist Kriterium für den lebensdienlichen Glauben die Nächstenliebe - in heutigem Verständnis gesagt: Kriterium ist die Frage, ob sich mein Glaube (als ein Hoffen in Bildern) am universellen und sozialen Kontext bemessen lässt. Das wäre ein Beispiel dafür, dass man entsprechend der Aufgaben- und Zielstellung des Faches jede Form von Kontrastsprache vermeidet, die immer der flüchtigen Aufmerksamkeit, letztlich dem Konsum dient, und auf Formulierungen achtet, die die Kommunikation fördern.

 

V.) Angesichts der Chance, im Zusammenhang mit dieser Rahmenplandiskussion und mit neuen Besetzungen in der Senatsverwaltung die Bedeutung dieses Faches in unserer Stadt wieder öffentlich zu reflektieren, möchten wir auch auf die zentrale Bedeutung der EthiklehrerInnenfort-,- Weiter- und Ausbildung hinweisen:

Mehr als andere Fachlehrkräfte werden die EthiklehrerInnen von den Schülerinnen und Schülern auf die Probe gestellt:

- stimmen ihre Worte und ihr Handeln überein?

- kann sie/kann er die Schwachen der Klasse schützen?

- nimmt sie/er mich als einmalig wahr und ernst, werde ich verstanden und geachtet?

Der Ethikunterricht braucht besonders starke Lehrerpersönlichkeiten, die diesen Prüfungen des schulischen Alltags standhalten. Deshalb sind u.E. persönlichkeitsstärkende Anteile in der Lehreraus-, - Fort- und Weiterbildung ebenso dringend nötig wie die bisher vorrangig vermittelte ethische Urteilsfähigkeit.

 

Eines unserer dringendsten Anliegen ist es, dass die Senatsverwaltung endlich die Kraft gewinnen möge, in den Schulen durchzusetzen, dass nur fachspezifisch aus- oder weitergebildete Lehrkräfte dieses anspruchsvolle Fach unterrichten dürfen, und dass diese dann auch entsprechend vergütet werden.

Andernfalls wird das Fach sein gesellschaftliches Gewicht verlieren und der Lächerlichkeit preisgegeben werden.

 

VI.) Unsere Hinweise wollen in der gewünschten Debatte zum überarbeiteten Rahmenlehrplan zunächst ein Beitrag sein, der bei so einem lebensnahen Fach natürlich immer ergänzungsbedürftig bleibt.

Darüber hinaus möchten wir unsere Forderung erneuern, dass dieses - für das gesellschaftliche Zusammenleben so relevante - Fach ständig von einem (interdisziplinär besetzten) Gesellschaftlichen Beirat begleitet werden sollte. Wir bekräftigen unsere Bereitschaft zur Mitarbeit in einem solchen Forum und haben die Überzeugung, dass auch weitere Gremien ebenso wie die Kirchen und andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften auf längere Sicht ihre partnerschaftliche Beteiligung nicht versagen werden.

 

gez.    Ingrid von Bahder, Pädagogin,

Josef Göbel, kath. Theologe und Katechet,

Martin Haesner, Lehrer,

Elke Kaminsky, Ethiklehrerin,

Peter Kriesel, kath. Theologe und Lehrer,

Ruth Priese, ev.Theologin und Familientherapeutin

Stellungnahme von Peter Kriesel, Koordinator

Der Koordinator unseres Bündnis hat seine Stellungnahme in die von der Senatsbildungsverwaltung vorgegebene Fragebogendatei eingefügt, die nachstehend als pdf-Datei wiedergegeben wird:

Rückmeldebogen von Peter Kriesel
Stellungnahme Ethik -Peter Kriesel.pdf
Adobe Acrobat Dokument [87.4 KB]
Download

Presseerklärungen zu den Koalitionsverhandungen

 

 

 

 

PRESSEMITTEILUNG

vom 11. Oktober 2011

 

 

 

 

 

Ergebnis des Volksentscheids darf nicht umgekehrt werden

 

Auf Befremden ist die Forderung des Vorsitzenden der Initiative Pro Reli, Christoph Lehmann, gestoßen, bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU „eine einvernehmliche Lösung zum Religionsunterricht“ zu finden. Lehmann sprach vom richtigen Zeitpunkt, „um in dieser Frage einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu finden.“

Dazu erklärte der Sprecher des Bündnis Pro Ethik, Gerhard Weil:
„Wir vertrauen unseren Bündnismitgliedern, den Berliner Sozialdemokraten und ihrer Fraktion, sich weiterhin für den verbindlichen Ethikunterricht und die seit Jahrzehnten bewährte und gerichtsfeste Berliner Regelung des Religionsunterrichtes als freiwilliges Wahlangebot einzusetzen. In den Wahlprogrammen beider Parteien steht kein Wort zum Ethikunterricht. Jetzt quasi durch die Hintertür die schallende Niederlage beim von Pro Reli veranlassten Volksentscheid in einen Sieg umzumünzen, lässt an Lehmanns Demokratieverständnis zweifeln, das sich vielleicht dem der römisch-katholischen Amtskirche nähert.
Unser breites Bündnis wird mit Argusaugen die Koalitionsverhandlungen und die folgende Praxis der Bildungsverwaltung verfolgen.“

Der Fachverband Ethik, Landesverband Berlin, hat übrigens den bislang im Abgeordnetenhaus vertretenden Parteien vor den Wahlen Wahlprüfsteine zum Ethikunterricht zugeschickt. Die Fragen und Antworten sind auf der Homepage des Bündnis unter http://www.proethik.info/start/aktuelles/ zu finden.

 

Für Nachfragen: Dr. Gerhard Weil, 030 7452922 gerhard.drweil@arcor.de

  

Christen pro Ethik

 

www. Christen-pro-Ethik.de   c/o Ruth Priese (ruthpriese@gmx.de) Hämmerlingstr. 95, 12555 Berlin   Tel. 030-6574230                                                                                                                    

Presseerklärung 2. November 2011

 

 

Ethikunterricht weiter gemeinsam

statt getrennt in Berlin

 

In den gegenwärtigen Verhandlungen zur großen Koalition zwischen SPD und CDU in Berlin sollen Vertreter der CDU die Einführung eines Wahlpflichtbereichs zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen und dem Fach Ethik verlangt haben

Zu dieser neuerlichen Forderung, nachdem zwei Klagen gegen den gemeinsamen Ethikunterricht vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert sind und nach der Niederlage von Kirchen und CDU mit der gleichen Forderung 2009 im Volksentscheid, erklärte der Vorsitzende des Fachverbands Ethik e.V. (Bundesverband) Peter Kriesel:

 

„Das Berliner integrative Modell des gemeinsamen Ethikunterrichts für alle Schüler ist das angemessene Modell für das multikulturelle und weltoffene Berlin, in dem 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

 

Der Verweis der Vertreter von Pro Reli auf das „Brandenburger Modell“, bei dem sich Schüler von Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) zum Religionsunterricht abmelden können, ist für Berlin keine Option:

  1. Dies wäre ein Einstieg in das verdeckte Wahlpflichtmodell der Kirchen, das in Brandenburg unter einem Kirchenjuristen als Ministerpräsident durchgesetzt und einem Pfarrer als Bildungsminister im Schulgesetz verankert wurde.
  2. In Brandenburg leben nur 5% Bürger mit Migrationshintergrund im Gegensatz zu Berlin, wo 25% der Einwohner und 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

In diesem Kontext leistet der gemeinsame Ethikunterricht für alle Schüler einen zentralen Beitrag zur Integration und Wertorientierung an Grundgesetz und Menschenrechten in Berlin. Eine Trennung der Schüler für katholischen, evangelischen und islamischen Religionsunterricht, Lebenskunde und Ethik in Fragen der Wertorientierung würde den integrativen Charakter des Faches Ethik zerstören.

 

Deshalb fordert der Bundesverband der Ethiklehrer den Erhalt des gemeinsamen Ethikunterrichts für alle Schüler in Berlin.“

 

 

Wir schließen uns dieser Forderung auch aus Sorge um das Erscheinungsbild der Kirche in der Stadt an. Soll denn weiterhin der Eindruck bestehen bleiben, dass wir als Christen ein Problem mit der Demokratie haben und ein so klares und öffentliches Votum der Berliner Bevölkerung so schnell wieder in Frage stellen?

Bei einiger Geduld mit den Einführungsschwierigkeiten des immer noch neuen Pflichtfaches Ethik für alle - wird es sich erweisen, dass es auch der Hinführung der Jugendlichen in eine religiöse oder weltanschauliche Lebenswelt gut tut, wenn der Religions- und Weltanschauungsunterricht ein Wahlfach ist und bleibt.

   

 

 
Nr. 39 / 2011 GEW Berlin | Mittwoch, 2. November 2011
Koalitionsverhandlungen: Ethik - ein gemeinsames Fach für alle

Die GEW BERLIN fordert die Beibehaltung des Pflichtfaches „Ethik“ in der Berliner Schule. Für die Entwicklung von gegenseitigem Verstehen, Akzeptanz und Respekt bie­tet dieser gemeinsame Unterricht dem „Miteinander sprechen lernen“ den notwendigen Rahmen. Eine Trennung der SchülerInnen nach Glaubensrichtungen und Weltanschau­ungen widerspricht dem Anliegen, in einer multikulturellen Gesellschaft Verständnis für unterschiedliche Lebensweisen zu entwickeln und damit das friedliche Miteinander zu fördern. Das Fach Ethik verbindet und öffnet den Blick für andere Perspektiven, Kultu­ren und Religionen.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: "Ein Bildungsziel der Berliner Schule muss im Einwanderungsland Deutschland sein, sich auf der Grundlage von Wissen und Erfahrungen und nicht von Vorurteilen miteinander auseinander setzen zu lernen. Dafür muss Schule die Basis schaffen und das Fach Ethik öffnet hier den Blick für die Gemeinsamkeiten aber auch für die Unterschiede. Darüber zeigt es, dass es verschiedene Möglichkeiten in der Anschauung und in der Lö­sung verschiedener Lebensfragen gibt. Das hilft den Schülerinnen auch für ihr weiteres Leben.“

Presseerklärung des Bundesfachverbandes Ethik

 

27.10. 2011

 

Ethikunterricht weiter gemeinsam statt getrennt in Berlin

 

In den gegenwärtigen Verhandlungen zur großen Koalition zwischen SPD und CDU in Berlin hat die CDU die Einführung eines Wahlpflichtbereichs zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen und dem Fach Ethik verlangt.

Zu dieser neuerlichen Forderung, nachdem zwei Klagen gegen den gemeinsamen Ethikunterricht vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert sind und nach der Niederlage von Kirchen und CDU mit der gleichen Forderung 2009 im Volksentscheid,  erklärt der Vorsitzende des Fachverbands Ethik e.V. Peter Kriesel:

 

„Das Berliner integrative Modell des gemeinsamen Ethikunterrichts für alle Schüler ist das angemessene Modell für das multikulturelle und weltoffene Berlin, in dem 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

 

Der Verweis der Vertreter von Pro Reli auf das „Brandenburger Modell“, bei dem sich Schüler von Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) zum Religionsunterricht abmelden können, ist für Berlin keine Option:

  1. Dies wäre ein Einstieg in das verdeckte Wahlpflichtmodell der Kirchen, das in Brandenburg unter einem Kirchenjuristen als Ministerpräsident durchgesetzt und einem Pfarrer als Bildungsminister im Schulgesetz verankert wurde.
  2. In Brandenburg leben nur 5% Bürger mit Migrationshintergrund im Gegensatz zu Berlin, wo 25% der Einwohner und 42% der Schüler einen Migrationshintergrund haben.

In diesem Kontext leistet der gemeinsame Ethikunterricht für alle Schüler einen zentralen Beitrag zur Integration und Wertorientierung an Grundgesetz und Menschenrechten in Berlin. Eine Trennung der Schüler für katholischen, evangelischen und islamischen Religionsunterricht, Lebenskunde und Ethik in Fragen der Wertorientierung würde den integrativen Charakter des Faches Ethik zerstören.

 

Deshalb fordert der Bundesverband der Ethiklehrer den Erhalt des gemeinsamen  Ethikunterrichts für alle Schüler in Berlin.“

 

Für Nachfragen: Peter Kriesel, Tel. 01573/8813562 oder 030/99542085 – kriesel.ler@web.de 

Presseerklärung von Regina Kittler, MdA, Linksfraktion, zu Ethik und den Koalitionsverhandlungen
Nr013-ethik-01112011PE Linksfraktion.pdf
Adobe Acrobat Dokument [20.5 KB]
Download

Presseinformation des HVD Berlin vom 1.11.2011

 

An der Berliner Bevölkerung vorbeiregieren – so geht’s

Bildungsfragen stehen heute auf der Tagesordnung der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU in Berlin. Dabei sollte es auch um Bildung gehen und nicht um die Durchsetzung kirchlicher Interessen, fordert der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg. Grundlage dafür müssen die gesellschaftlichen Realitäten und Bedürfnisse sein.

 

(31/10/2011) Geht es nach der CDU, soll es künftig keinen gemeinsamen wertebildenden Unterricht mehr in Berlin geben. Statt einmal wöchentlich im Ethikunterricht gemeinsam über Werte und Normen in einer multikulturellen und pluralistischen Gesellschaft nachzudenken, will die Berliner CDU die Aufteilung der Schülerschaft in Ethikschüler und Religionsschüler durchsetzen. Das Vorhaben der Besserstellung des Religionsunterrichts, mit dem sie bereits 2009 im Volksbegehren Pro Reli scheiterte, soll nun durch die Hintertür verwirklicht werden – an der Berliner Bevölkerung vorbei. Das gesamte Vorhaben spricht dafür, dass die Berliner CDU wenig mit der Bevölkerung der Hauptstadt vertraut ist. Denn:

  1. Das Vorhaben, den Religionsunterricht mit dem Ethikunterricht gleichzustellen, scheiterte vor zwei Jahren in aller Deutlichkeit. Von den wahlberechtigten Berlinern wollte sich nicht einmal jeder Dritte an der Abstimmung überhaupt beteiligen. Für die von der CDU massiv unterstützten Anliegen der Initiatoren des Volksbegehrens stimmten sogar nur 14,1 % aller Wahlbeteiligten. Die CDU Berlin konnte also nicht einmal die eigene Klientel für den verpflichtenden Religionsunterricht an Berliner Schulen begeistern. Dementsprechend rührte sie das Thema im diesjährigen Wahlkampf auch nicht an, um nicht mögliche Wähler zu verschrecken. Das Thema Religionsunterricht nun am Verhandlungstisch aus der Schublade zu holen, ist ein politischer Affront gegenüber den eigenen Wählern und gegenüber dem eindeutigen Votum der Berliner Bevölkerung.
  2. Pro Reli-Initiator und CDU-Landesvorstand Christoph Lehmann schlug nun die Einführung des Brandenburger Modells vor, welches vorsieht, dass sich Schüler des Religionsunterrichts vom gemeinsamen LER-Unterricht (Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde) abmelden können. Der bildungspolitische Sprecher der CDU, Sascha Steuer, sagte, dass das Thema diskutiert werde. Offensichtlich ist, dass die CDU sich hier ideologiepolitisch treiben und die Berliner Realitäten außer Acht lässt. Von den Berliner Schülerinnen und Schülern haben mehr als zwei Fünftel einen Migrationshintergrund, ihre Werte und Normen haben also neben den deutschen auch noch andere gesellschaftlich-kulturelle Wurzeln. Für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in Berlin ist es unerlässlich, dass ein gemeinsamer, nicht ideologisch gefärbter Werteunterricht stattfindet, wie ihn der Ethikunterricht bietet. Nur hier können die Berliner Schülerinnen und Schüler gemeinsam um die Art und Weise des Zusammenlebens in einer Gesellschaft ringen, die sie zu einem großen Teil selbst ausmachen. Daher braucht Berlin auch einen gemeinsamen Werteunterricht! Die Einführung des Brandenburger Modells – in Brandenburg besitzt weniger als 5 % der Schülerschaft einen Migrationshintergrund – würde den Berliner Realitäten überhaupt nicht gerecht.
  3. Aus dem Blick geraten in dieser Debatte auch die Schülerinnen und Schüler, die freiwillig an den unterschiedlichen Weltanschauungsfächern teilnehmen. Und dies sind nicht wenig, wie die Argumentation der CDU vermuten lassen könnte. Am evangelischen Religionsunterricht nehmen nach Auskunft der Evangelischen Kirche (EKBO) knapp über 80.000 Schülerinnen und Schüler teil. Nach Hochrechnungen des HVD Berlin-Brandenburg beträgt die Anzahl der Lebenskundeschüler/-innen in Berlin in diesem Jahr erstmals mehr als 50.000. Am katholischen Religionsunterricht nahmen im vergangenen Jahr etwas mehr als 25.000 Schüler teil. Es folgten mit weitem Abstand der islamische, der jüdische und sonstiger Religions- und Weltanschauungsunterricht. Wenn es nun darum gehen soll, den Religionsunterricht gegenüber anderen Weltanschauungsfächern besserzustellen, ist zu vermuten, dass die CDU angesichts dieser Zahlen nur den christlichen Religionsunterricht aufwerten will. Mit dieser Debatte wird den Schülerinnen und Schülern in Berlin vermittelt, es gebe einen höher- und minderwertigen Weltanschauungsunterricht. Dies ist mit Verlaub nicht der Fall. Der weltanschaulich geprägte Werteunterricht findet in Berlin als freiwilliges Unterrichtsfach für alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gleichberechtigt neben dem verpflichtenden Ethikunterricht statt – „und das ist auch gut so“, um Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu zitieren. Die Besserstellung des christlichen Religionsunterrichtes zöge eine künstliche Trennlinie zwischen den Berliner Schülerinnen und Schülern, die einem toleranten und weltoffenen Berlin widersprechen würde.
  4. Das Vorgehen der Berliner CDU ist ein verfassungspolitischer Irrweg. Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind gem. Grundgesetz Art. 140 in Verbindung mit dem nach wie vor geltenden Art. 137, Abs. 7 der Weimarer Reichsverfassung gleichgestellt. Die Besserstellung des Religionsunterrichts etwa gegenüber dem Lebenskundeunterricht des Humanistischen Verbandes verstößt gegen diesen Verfassungsgrundsatz.

Will die CDU in der Hauptstadt eine Politik gestalten, die sich an den gesellschaftlichen Realitäten und Bedürfnissen der Berlinerinnen und Berliner orientiert, dann muss sie ihre ideologische Brille abnehmen. Die Berliner Bevölkerung lebt zum Großteil konfessionsfrei, ohne dabei die Bedürfnisse der Gläubigen zu beschneiden. Nun sollte die Partei nicht beginnen, die Grundlage für dieses friedliche und tolerante Miteinander zu zerstören, will sie nicht von Anfang an an den Berlinerinnen und Berlinern vorbeiregieren.

Und auch die SPD, die 2009 das Bündnis Pro Ethik unterstützt hatte, ist gut beraten, wenn sie auf das Drängen der CDU nicht eingeht und die bewährte Berliner Regelung unangetastet lässt. Denn einen Koalitionsvertrag, der zwar das gemeinsame Regieren erlaubt, aber an den Realitäten und Bedürfnissen der Stadt vorbeigeht, kann nun wirklich niemand gebrauchen.

PRESSEMITTEILUNG der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im > Abgeordnetenhaus -> Berlin
NR. 373 Datum: 27. Oktober 2011
Ja zum Ethikunterricht, ja zum freiwilligen Religionsunterricht!

Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher, sagt zur Absicht der CDU, das Berliner Modell des freiwilligen Religionsunterrichts abzuschaffen:
Nach dem Berliner Modell findet der Unterricht der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften für Schülerinnen und Schüler in Berlin freiwillig statt. Die Schülerinnen und Schüler können die Angebote der evangelischen und der katholischen Kirche, den jüdischen, islamischen und buddhistischen Religionsunterricht sowie den Lebenskundeunterricht des Humanistischen Verbands freiwillig in Anspruch nehmen. Daneben wurde 2006 der Ethikunterricht ab der siebten Klasse als verpflichtender Unterricht eingeführt. 2009 haben sich die Berlinerinnen und Berliner bei einem Volksentscheid mehrheitlich gegen die Abschaffung des Berliner Modells entschieden und ein Wahlpflichtfach Religion abgelehnt.
Anscheinend möchte die CDU dieses nun ändern und sich im Rahmen der Koalitionsgespräche mit der SPD für eine Aufweichung des Berliner Modells einsetzen. Sie will den Religionsunterricht auf die Stufe des Ethikunterrichts heben und somit ein Wahlpflichtfach Religion einführen, wonach sich die Schülerinnen und Schüler entweder für den Ethik- oder den Religionsunterricht entscheiden müssen. Damit will CDU die Berliner Errungenschaft des bewährten gemeinsamen wertebildenden Unterrichts abschaffen. Herr Wowereit und Berliner SPD sind gut beraten, sich den Versuchen der CDU zu widersetzen, das Ergebnis des Volksentscheids "Pro-Reli" in Frage zu stellen und ein Wahlpflichtfach Religion einzuführen.
Unsere Position ist klar: Ja zum gemeinsamen Ethikunterricht und ja zum freiwilligen Religionsunterricht. Die gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Vielfalt in unserer Stadt bietet Chancen und Konflikte. Wenn Integration gelingen soll, brauchen wir an der Schule Verständigung über gemeinsame Regeln und einen Raum für den Dialog. Ein Wahlpflichtbereich, der Schülerinnen und Schüler nach Bekenntnissen separiert, manifestiert die Andersartigkeit und ist desintegrativ!

Pressemitteilung des HVD zu Koalitionsforderungen der Berliner CDU im Oktober 2011
PM HVD 10_2011.pdf
Adobe Acrobat Dokument [51.6 KB]
Download

Wahlprüfsteine

Der Fachverband Ethik, Landesverband Berlin, hat rechtzeitig vor der Abgeordnetenhauswahl Wahlprüfsteine zum Ethikunterricht an die fünf im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien verschickt und von drei Parteien Antworten erhalten. Näheres finden Sie unter Aktuelles!

Wir haben als "Bündnis Pro Ethik" am 5. Mai 2010 das "Dialogforum Ethik" eröffnet, dessen Aufruf wir nachstehend präsentieren. Wir erbitten dazu Ihre Beiträge über das Menü "Kontakt"!

Religionen, Weltanschauungen und Kulturen Berlins beim ersten Rundtischgespräch
Religionen, Weltanschauungen und Kulturen Berlins beim ersten Rundtischgespräch
Die Vielfalt von Religionen, Weltanschauungen und Kulturen in Berlin
- Herausforderungen für den gemeinsamen Ethikunterricht-
Arbeitsstandpunkte des Pro-Ethik-Koordinierungskreises / Juni 2010
Arbeitsstandpunkte Pro Ethik zu RWK im E
Microsoft Word Dokument [262.0 KB]
Download
Das Konsenspapier vom Rundtischgespräch vom 26. Mai 2010
Es ist außerordentlich erfreulich, dass im Ergebnis des Gesprächs ein Konsenspapier zu anstehenden Aufgaben zustande gekommen ist. Die Beratung soll im Herbst fortgesetzt werden.
Konsenspapier 26.5.2010.pdf
Adobe Acrobat Dokument [124.6 KB]
Download

 

 

Qualitätsinitiative für den Ethikunterricht in Berlin

 

Aufruf zur öffentlichen Debatte

 

Im Jahr 2006 hat das Land Berlin einen gemeinsamen Ethikunterricht für alle Schülerinnen und Schüler an Oberschulen eingeführt, der sich an gemein-samen Werten orientiert, ethische Urteilsfähigkeit und interkulturelle Dialog-fähigkeit fördern soll.

 

Im Jahr 2010, also vier Jahre nach der Einführung dieses Ethikunterrichts und und ein Jahr nachdem Berlinerinnen und Berliner sich in einem Volksentscheid mehrheitlich für seine Beibehaltung ausgesprochen haben, ist es Zeit, danach zu fragen, wie sich das Fach Ethik bewährt hat und was noch zu tun ist, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, wie sie das Abgeordnetenhaus im Schulgesetz formuliert hat.

 

Deshalb rufen wir als "Bündnis Pro Ethik" dazu auf, in den nächsten Wochen und Monaten, flankiert durch eine öffentliche Debatte, eine gründliche Bestandsaufnahme zur Qualität des Ethikunterrichts vorzunehmen und Vorschläge zur Qualitätsverbesserung zu unterbreiten. Auf dieser Basis werden wir dem Senat und dem Abgeordnetenhaus Entscheidungen zur Konsolidierung und Weiterentwicklung des Ethikunterrichts empfehlen.

 

Als Schwerpunkte für die öffentliche Debatte, für die wir das

DIALOGFORUM ETHIK eingerichtet haben, schlagen wir vor:

 

  • ·         Religionen, Weltanschauungen und Kulturen im Fach Ethik
  • ·         Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ethik-Lehrkräften und
  • ·         Rahmenbedingungen des Ethikunterrichts

 

Stellungnahmen, Vorschläge und Kritiken von Parteien, Verbänden, Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen können ab sofort an uns gerichtet werden:

-         per E-Mail an: dialogforum-ethik@t-online.de

-         über die Homepage: www.proethik.info (Button: Kontakt)

-         per Briefpost an unsere Anschrift: Pro Ethik, Postfach 870235, 13162 Berlin 

 

Auf unserer Homepage werden eine Reihe Hintergrundinformationen zum Ethikunterricht und zur Qualifizierung der Lehrkräfte zu finden sein. Auch bei uns eingehende Stellungnahmen, Vorschläge und Kritiken werden wir in geeigneter Form dort öffentlich zugänglich machen, wenn die VerfasserInnen damit einverstanden sind.

 

Die Ergebnisse der Debatte im Rahmen des Dialogforums sollen bis November 2010 in einem Abschlussbericht zusammengefasst und auf einer Bilanzpressekonferenz öffentlich vorgestellt werden.

 

Berlin, 5. Mai 2010

 

Bündnismitglieder: Alevitische Gemeinde zu Berlin - Bündnis 90 / Die Grünen. Landesverband Berlin – Deutsche Buddhistische Union (DBU) – DIE LINKE. Landesverband Berlin – Fachverband Ethik, Bundesverband und Landesverband Berlin – Fachverband Philosophie, Landesverband Berlin – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Berlin – Grüne Jugend – Humanistische Union Berlin-Brandenburg – Humanistischer Verband Deutschlands, Landesverband Berlin – Initiative Christen pro Ethik – Junge HumanistInnen – Jusos Berlin – Kurdistan Kultur- und Hilfsverein – Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) – Linksjugend ['solid] Berlin – NaturFreunde Berlin – Niederländische Ökumenische Gemeinde Berlin – SPD. Landesverband Berlin – Türkischer Bund Berlin-Brandenburg (TBB) – Türkischer Elternverein Berlin-Brandenburg

Erfreulich ist eine sehr lesenswerte Magisterarbeit zur Auseinandersetzung Pro Reli Versus Pro Ethik in Berlin 2008/09, die an der Universität Potsdam eingereicht worden war (s. download).
Die Politikstudentin Frauke Janßen hat sich mit der Rolle der Evangelischen Kirche bei der Pro Reli Kampagne beschäftigt und ist zu sehr bemerkenswerten Schlussfolgerungen gelangt. In der Anlage der Arbeit sind Interviews aus der Nachbetrachtung von Vertretern des Pro Ethik Lagers Frau Dr. Felicitas Tesch, Ruth Priese und Dr. Gerhard Weil, vom Pro Reli-Lager Dr. Lehmann und Oberkirchenrat Schultz von der Studentin erhalten. Die interessanten Interviews sind im Anhang der Arbeit vollständig abgedruckt. Wir danken Frau Frauke Janßen für ihre Genehmigung der Veröffentlichung!

Ethik oder Religion?
Die Rolle der EKD in dem Konflikt im Land Berlin um die Neugestaltung des weltanschaulichen Schulunterichts
magisterarbeit.pdf
Adobe Acrobat Dokument [465.9 KB]
Download

Wie kam es zum Fach Ethik an Berlins Schulen und was passierte beim Volksentscheid von "Pro Reli"?

Die Powerpoint Dokumentation von Dr. Gerhard Weil, Sprecher des Bündnis Pro Ethik, gibt Aufschluss und kann hier rundergeladen werden!

Pro Ethik oder Pro Reli in Berlin
Kontrahenten, Methoden der Auseinandersetzung, Schritte zum Erfolg
Pro Ethik oder Pro Reli.pps
Microsoft Power Point Präsentation [3.0 MB]
Download

Tabelle: Beteiligung und abgegebene Stimmen beim Volksentscheid über die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion am 26. April 2009 in %. Ausgezähltes Ergebnis (bei 100%: Vorläufiges Ergebnis)

 

Bezirk

Aus-
zählungs-
stand

Beteiligung

Ja

Nein

Ungültig

in % der Teil-
nehmer

in % der Stimm-
berechtigten

in % der Teil-
nehmer

in % der Teil-
nehmer

Mitte

100,0

24,3

44,8

10,9

55,0

0,2

Friedrichshain-Kreuzberg

100,0

26,2

27,1

7,1

72,7

0,2

Pankow

100,0

27,9

28,9

8,1

70,9

0,2

Charlottenburg-Wilmersdorf

100,0

34,3

60,5

20,8

39,3

0,2

Spandau

100,0

28,1

69,2

19,4

30,7

0,2

Steglitz-Zehlendorf

100,0

41,4

66,3

27,4

33,5

0,2

Tempelhof-Schöneberg

100,0

33,6

60,9

20,5

38,9

0,2

Neukölln

100,0

26,5

61,8

16,4

37,9

0,3

Treptow-Köpenick

100,0

27,7

26,3

7,3

73,5

0,2

Marzahn-Hellersdorf

100,0

21,6

22,7

4,9

77,0

0,3

Lichtenberg

100,0

23,2

21,3

5,0

78,4

0,3

Reinickendorf

100,0

33,2

69,1

22,9

30,7

0,2

Berlin insgesamt

100,0

29,2

48,5

14,2

51,3

0,2

 


Beteiligung und abgegebene Stimmen beim Volksentscheid über die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion am 26. April 2009 - absolut. Ausgezähltes Ergebnis (bei 100%: Vorläufiges Ergebnis)

 

Bezirk

Auszählungs-
stand

Stimm-
berechtigte

Teil-
nehmer

darunter

Ja

Nein

Ungültig

in %

in %

absolut

absolut

absolut

absolut

Mitte

100,0

193.529

47.042

21.059

25.866

117

Friedrichshain-Kreuzberg

100,0

168.825

44.205

11.962

32.151

92

Pankow

100,0

279.667

78.161

22.595

55.394

172

Charlottenburg-Wilmersdorf

100,0

216.519

74.348

44.974

29.191

183

Spandau

100,0

161.008

45.255

31.297

13.883

75

Steglitz-Zehlendorf

100,0

214.855

88.937

58.966

29.805

166

Tempelhof-Schöneberg

100,0

230.507

77.375

47.145

30.100

130

Neukölln

100,0

195.143

51.677

31.928

19.609

140

Treptow-Köpenick

100,0

198.357

54.960

14.471

40.375

114

Marzahn-Hellersdorf

100,0

202.373

43.793

9959

33.722

112

Lichtenberg

100,0

202.966

47.157

10.053

36.981

123

Reinickendorf

100,0

181.937

60.378

41.710

18.532

136

Berlin insgesamt

100,0

2.445.686

713.288

346.119

365.609

1560

 


Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

 

Das dunkelrote Quadrat steht für den Volksentscheid von "Pro Reli" und ist als einziger Entscheid in Deutschland gescheitert, weil es mehr Nein- als Ja-Stimmen gab. Das Quorum wurde zudem auch verfehlt!

Quelle: Berliner Zeitung vom 17.2.2014